Gehaltkonflikt im Handel: Neuer Gesprächs-termin wurde am 28. November festgesetzt
- Bundesweite Betriebsrätekonferenzen vereinbart
- Umfangreiche Aktionen am 8. Dezember drohen
Im Gehaltskonflikt für rund 450.000 Handelsangestellte und rund 100.000 Beschäftigte in verwandten Berufen zeichnet sich eine Beruhigung ab. Am 28. November soll weiter gesprochen werden, bestätigte Rolf Gleissner von der Wirtschaftskammer (WKÖ). Bei den Gesprächen werde man den weitern Fahrplan festlegen und dann sehen, wie es weiter geht.
Der Ankündigung des Gesprächstermins war eine Pressekonferenz der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) vorausgegangen, bei der GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian bundesweite Betriebsrätekonferenzen sowie weitere Aktionen am 8. Dezember angekündigt hatte.
Mit der Aktion will die Gewerkschaft einen fairen Gehaltsabschluss durchsetzten und die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch bringen. GPA-Handels-KV-Verhandler Manfred Wolf bestätigt ebenfalls, dass es am 28. November ein informelles Gespräch am Rande einer Großhandels-Veranstaltung geben werde. Eine offizielle KV-Runde sei das aber nicht. Die angekündigten Aktionen werde esauf jeden Fall geben. Es gebe zwar jetzt einen neuen Gesprächstermin, aber noch kein verbessertes Angebot. "Die Arbeitgeber haben es am 28. November in der Hand, was am 8. Dezember passiert", so Wolf zur APA.
Die KV-Verhandlungen im Handel wurden bei einem Arbeitgeber-Angebot von 2,25 Prozent ohne einen weiteren Termin zu vereinbaren abgebrochen. Die Wirtschaftskammer sprach von gescheiterten Verhandlungen und hat ihren Mitgliedern empfohlen, eine Reallohnerhöhung per 1. Jänner 2007 auf Basis des alten Kollektivvertrages vorzunehmen.
So eine Situation habe es im Handel bisher noch nie gegeben, so GPA-Vorsitzender Katzian. 2,25 Prozent sei zu wenig. Im Handel werde nur der Mindestgehalt verhandelt und die Überzahlungen beibehalten. Dadurch ergibt sich für die meisten Beschäftigten eine geringere Gehalterhöhung. Die Handelsangestellten würden mit dem letzten Arbeitgeber-Angebot eine deutlich niedrigere Erhöhung erhalten als die Beschäftigten in anderen Branchen oder im öffentlichen Dienst. Der Abstand zum Metaller-Abschluss (heuer 2,6 Prozent) müsste heuer auf Grund der besseren Unternehmensergebnisse kleiner sein als im Vorjahr. Damals hatten sich die Metaller auf eine Erhöhung um 3,1 Prozent geeinigt. Die Handelsangestellte erhielten 2,65. (apa/red)
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