Dienstag, 21. November 2006

"Lasse Masken fallen": Doping-Beichte von Ex-Radprofi Skibby erschüttert Dänemark

  • Gewann Etappe bei Tour de France und Giro d'Italia

Der frühere dänische Radprofi Jesper Skibby hat in seiner Biografie eine umfassende Doping-Beichte abgelegt. Der 42-Jährige gibt darin zu, seit 1993 gedopt und dabei kein schlechtes Gewissen gehabt zu haben. "Jahrelang habe ich mit einer großen Lüge gelebt. Die ganze Zeit habe ich eine Komödie vorgespielt, mich hinter einer Maske versteckt. Aber so kann ich nicht mehr leben", schreibt Skibby in dem Buch, von dem mehrere dänische Zeitungen am Dienstag Auszüge vorab veröffentlichten.

Der frühere Etappensieger der Tour de France, beim Giro d'Italia und der Vuelta beschreibt demnach in seiner Biografie seinen systematischen Doping-Missbrauch. "Ich habe immer mit der Angst gelebt, entdeckt zu werden. Jahrelang habe ich die Medien angelogen. Jetzt will ich nicht mehr der Sklave meiner großen Lüge sein. Die Reaktionen aus dem Radsport-Milieu fürchte ich nicht", betont Skibby.

In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz nahm er in Kopenhagen Stellung zu seiner Dopingbeichte. "Es ist eine verdammt schwere Situation. Es ist ein Thema, das ich immer verheimlicht habe", erklärte Skibby mit Tränen in den Augen vor der versammelten dänischen Presse. Und ergänzte: "Jetzt lasse ich die Masken fallen." Der Däne beschuldigt in seiner Biografie keine Hintermänner. Skibby war von 1986 bis 2000 Profi und feierte in dieser Zeit 24 Siege.

(apa/red)

21.11.2006 14:10