Donnerstag, 23. November 2006

'Österreich ist befreundetes Land': Schiiten- partei appelliert an Nussbaumer-Kidnapper!

  • Regierung in Bagdad kümmere sich um Freilassung
  • Außenministerium geht davon aus, dass Geisel lebt

Die religiöse Schiitenpartei "Oberster Rat für eine Islamische Revolution im Irak" (SCIRI) unterstützt die Bemühungen der irakischen Regierung bei der Befreiung des entführten Österreichers Bert Nussbaumer (25). Die Regierung in Bagdad unternehme alles in ihrer Macht stehende, um mit den Geiselnehmern über eine Freilassung zu verhandeln, sagte Salem Hassan, offizieller SCIRI-Vertreter in Österreich, laut arabischen Journalisten-Kreisen in Wien.

Österreich sei ein befreundetes Land des Irak und habe seinen humanitären Einsatz für das irakische Volk auch nach dem Krieg 2003 fortgesetzt, erklärte Hassan den Angaben zufolge. Daher appelliere SCIRI an die Entführer, Österreich dankbar zu sein und den gekidnappten Österreicher wieder gesund und heil freizulassen, damit er zu seiner Familie zurückkehren könne.

Der pro-iranische "Oberste Rat" ist die stärkste Kraft in der Vereinigten Irakischen Allianz (UIA) aus mehreren konservativ-religiösen schiitischen Gruppen. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki kommt aus der Dawa-Partei, die ebenfalls der UIA angehört. Im irakischen Parlament stellt die Vereinigte Irakische Allianz 128 von 275 Abgeordneten.

In der Suche nach dem entführten Österreicher Bert Nussbaumer gab es kaum Neues. "Wir gehen davon aus, dass er noch lebt", sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Astrid Harz, der APA. Der Oberösterreicher war am vorigen Donnerstag zusammen mit vier weiteren, aus den USA stammenden Mitarbeitern der Sicherheitsfirma Crescent Security Group (CSG) im Südirak an der Grenze zu Kuwait gekidnappt worden. Sie hatten einen Konvoi begleitet. Der 25-jährige Ex-Soldat kommt aus Altmünster (Bezirk Gmunden).

(apa/red)

23.11.2006 09:21