Zweiter Saddam-Prozess wird fortgesetzt: Zum Tode Verurteilter wieder vor Gericht
- Anklage wegen Tod von 180.000 Kurden im Irak
- Ausgangssperre in Bagdad wurde wieder aufgehoben
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Im Irak ist der Prozess gegen den früheren Machthaber Saddam Hussein und sechs Mitangeklagte wegen der Kurdenverfolgung in den 80er Jahren fortgesetzt worden. Während einige Mitglieder des Verteidigungsteams von Saddam anwesend waren, nahm sein Hauptverteidiger an der Sitzung vor einem Gericht in Bagdad nicht teil. Zuletzt hatte die Verteidigung das Verfahren boykottiert. Bei der Kurdenverfolgung 1988 wurden der Anklage zufolge im großen Stil Chemiewaffen eingesetzt. 180.000 Kurden seien ermordet, hunderte Dörfer zerstört worden.
Saddam und einem weiteren Angeklagten werden des Völkermordes beschuldigt. Staatsanwalt Munkith al-Farun sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er habe ein Tonband und Dokumente, die bewiesen, dass Saddam persönlich den Einsatz von Giftgas im Nordirak angeordnet habe. Der gestürzte irakische Präsident wurde bereits in einem anderen Verfahren zum Tode verurteilt. In dem Prozess ging es um die Tötung von 148 Schiiten, die Saddam nach einem missglückten Attentat auf ihn angeordnet haben soll.
Unterdessen wurde nach der verheerenden Serie von Bombenanschlägen die über Bagdad verhängte Ausgangssperre wieder aufgehoben. Dennoch blieben offenbar viele Bewohner der irakischen Hauptstadt zu Hause, um die weitere Entwicklung abzuwarten. Der Straßenverkehr setzte nur zögernd ein. Gerüchte über bevorstehende Anschläge machten die Runde. Bei der Explosion mehrerer Autobomben im Schiiten-Viertel Sadr-City waren 202 Menschen getötet worden.
(apa/red)
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