"Verkehrsunfall diente nur als Vorwand": Weißrussischer Oppositionsführer verhaftet
- Alexander Milinkewitsch erneut von Regime inhaftiert
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Im autoritär regierten Weißrussland ist der Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch vorübergehend festgenommen worden. Die Polizei habe den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten in Witebsk im Osten des Landes unter dem Vorwand angehalten, sein Auto sei vor einiger Zeit in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen. Das sagte Milinkewitschs Sprecher Pawel Moschejko. Zwei Stunden später sei der Politiker wieder freigelassen worden. Die Festnahme am Donnerstagabend wertete Moschejko als weiteren Versuch, psychologischen Druck auf die Gegner von Präsident Alexander Lukaschenko auszuüben.
In letzter Zeit würden Anhänger der Opposition von der Polizei zur Einschüchterung verstärkt mit haltlosen Beschuldigungen überzogen, sagte Moschejko. Führern oppositioneller Jugendorganisationen habe die Polizei Morde und Vergewaltigungen vorgeworfen, was sich später jedoch als falsch erwiesen habe. Milinkewitsch war im April nach dem öffentlichen Protest gegen die von Manipulationsvorwürfen überschattete Präsidentenwahl zu einer zweiwöchigen Haftstrafe verurteilt worden.
Der zweite Herausforderer Lukaschenkos, Alexander Kosulin, leidet zunehmend unter seinem am 20. Oktober in der Haft begonnenen Hungerstreik. Seine Frau Irina sagte der Nachrichtenagentur Interfax, sie hoffe, ihr zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilter Mann werde seinen Protest so schnell wie möglich beenden.
Ein Gericht befand Kosulin im Sommer unter anderem für schuldig, nach den Wahlen im März zum Sturm auf ein Minsker Gefängnis mit dem Ziel der Gefangenenbefreiung aufgerufen zu haben. In der vergangenen Woche hatte das Auswärtige Amt in Berlin die Haftbedingungen für Kosulin scharf kritisiert und seine Freilassung gefordert. (APA/red)
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