Kein Ende der Gewalt im Irak: 160 Tote
bei Anschlägen in Bagdad - Ausgangssperre
- Autobomben: Bis zu sechs Explosionen in Sadr City
- PLUS: Über 30 Bewaffnete griffen Ministerium an

Nach einer blutigen Anschlagsserie in Bagdad mit bis zu 160 Toten gilt in der irakischen Hauptstadt eine unbefristete Ausgangssperre. Ministerpräsident Maliki erklärte zudem den Flughafen für geschlossen. Im Schiiten-Vorort Sadr-City waren sechs Bomben explodiert, eine siebte konnte rechtzeitig entschärft werden. Neben den Getöteten wurden mehr als 200 Iraker verletzt.
Die irakische Polizei sprach vom blutigsten Anschlag seit Beginn des Krieges vor dreieinhalb Jahren. In dem Schiiten-Viertel, in dem rund zwei Millionen Menschen dicht gedrängt leben, explodierten mehrere Autobomben. Kurz darauf verletzten Mörsergranaten im sunnitischen Stadtteil Adhamija zehn Menschen. Die schiitische Vorstadt, Hochburg des radikalen Predigers Al Sadr und seiner Miliz, wird immer wieder vor allem von sunnitischen Extremisten angegriffen.
Außer Regierungschef Maliki riefen auch Staatspräsident Talabani, ein Kurde, und sein arabisch-sunnitischer Stellvertreter Hashemi die Bevölkerung zur Besonnenheit auf. Der schiitische Großajatollah Sistani veröffentlichte einen ähnlichen Appell.
Bei einer Razzia von US-Soldaten in Sadr-City waren Donnerstag früh vier Iraker ums Leben gekommen. Amerikanische Truppen suchen in der Vorstadt seit einem Monat nach einem US-Soldaten irakischer Herkunft, der in Bagdad verschleppt worden war. Laut US-Armee richtete sich auch diese Razzia gegen die mutmaßlichen Entführer. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.
Bewaffnete Extremisten griffen am selben Tag das Gesundheitsministerium im Zentrum der Stadt an. Sicherheitskräfte lieferten sich ein Feuergefecht mit den Angreifern. Ein Vertreter des Ministeriums sagte, die Aufständischen hätten das Gebäude vermutlich angegriffen, um eine Schneise zwischen zwei Viertel zu schlagen, die vorwiegend von Sunniten bewohnt seien.
(apa/red)
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