Kein Frieden im Nahen Osten: Israel nimmt seine Militäroperationen in Gaza wieder auf
- Spezialeinheit tötet mindestens zwei Palästinenser
- Menschenrechtsverletzungen im Gaza-Streifen

Das israelische Militär hat bei einer Offensive in der Stadt Gaza ein Mitglied der palästinensischen Hamas und eine 70-jährige Palästinenserin getötet. Augenzeugen hatten zuvor berichtet, etwa dreißig israelische Panzer seien in die Stadt vorgerückt. Militante Palästinenser feuerten erneut Raketen auf Südisrael ab und verletzten einen Arbeiter schwer. Hunderte Palästinenser haben im Gaza-Streifen wieder einen menschlichen Schutzschild zur Abwehr eines israelischen Luftangriffs gebildet.
Die israelischen Soldaten seien in das Zeitoun-Viertel von Gaza vorgestoßen, um dort gezielt gegen radikale Palästinenser vorzugehen, sagte ein israelischer Militärsprecher in Tel Aviv. Im Einsatz sei eine israelische Spezialeinheit, deren Mitglieder als Palästinenser verkleidet seien, berichteten israelische Medien. Wie die Hamas mitteilte, besetzten israelische Soldaten in der Nacht das Haus von Wael Hassanin im Stadtteil Zeitoun. Es sei zu einem Feuergefecht gekommen, in dessen Verlauf der 26-Jährige sowie die 70-Jährige getötet worden seien.
An Hassanins Beerdigung nahmen wenige Stunden später tausende Hamas-Anhänger teil, die Rache schworen. Die israelischen Truppen dehnten ihren Einsatz auf die Orte Jabalia und Beit Lahia aus, wo sie unter anderem eine Fabrik zerstörten. Vier Menschen wurden verletzt, darunter mindestens ein Hamas-Kämpfer.
Bei der Explosion einer palästinensischen Rakete in der Nähe der südisraelischen Stadt Sderot ist am Dienstag ein Israeli schwer verletzt worden. Die Rakete schlug in einer Geflügelfabrik ein und verletzte einen Arbeiter, wie Polizei- und Krankenhausvertreter mitteilten. In der Fabrik werde auch Ammoniak gelagert. Die Explosion habe einen Brand ausgelöst.
Unbekannte bewarfen den Konvoi von UNO-Menschenrechtskommissarin Arbour in Sderot mit Steinen. Es wurde aber niemand verletzt, und die Wagenkolonne konnte ihre Fahrt fortsetzen. Die Kanadierin besuchte die israelische Stadt, nachdem sie am Vortag in Beit Hanoun im Gaza-Streifen Menschenrechtsverletzungen bei den israelischen Einsätzen in dem Gebiet angeprangert hatte. In Beit Hanoun waren bei einer israelischen Offensive seit Anfang November mehr als 70 Menschen getötet worden, darunter allein 19 Zivilisten bei einem Angriff auf Wohnhäuser.
(apa/red)
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