Dienstag, 21. November 2006

Streit um Filmrechte: Korruptions-Prozess gegen Berlusconi nach Start gleich vertagt

  • Angebliche Voreingenommenheit eines Richters

Der neue Korruptionsprozess gegen den früheren italienischen Ministerpräsidenten, Silvio Berlusconi, hat in Mailand begonnen, wurde jedoch sofort auf den kommenden Montag vertagt. Die Rechtsanwälte Berlusconis reichten Einspruch wegen angeblicher Voreingenommenheit eines Richters ein, der bereits an weiteren Verfahren gegen den Medientycoon teilgenommen hatte. Diese Tatsache garantiere kein faires Urteil von Seiten des Richters, bemängelten Berlusconis Verteidiger. Der Präsident des Mailänder Gerichts muss nun entscheiden, ob der Richter enthoben werden soll.

In dem Verfahren müssen sich Berlusconi, sein britischer Rechtsanwalt David Mills und weitere sieben Personen wegen Unregelmäßigkeiten beim Erwerb von Filmrechten vor Gericht verantworten. Im Prozess geht es um Vorwürfe, wonach Berlusconis Unternehmen Mediaset in den 90er Jahren Filmrechte über Firmen in Steueroasen kaufte. Den italienischen Finanzbehörden sollen überhöhte Kaufpreise angegeben worden sein, um Steuern zu sparen. Angeklagt ist auch Mediaset-Präsident Fedele Confalonieri.

Die Ermittler hegen den Verdacht, dass Berlusconi entweder selbst oder über Mittelsmänner die Zahlungen getätigt hat. Mills gilt als Schlüsselfigur in der Affäre. Berlusconi will 180 Zeugen zu seiner Verteidigung vorladen lassen. Zu ihnen zählen mehrere Manager der größten Filmproduktionsgesellschaften Hollywoods wie Paramount, Columbia Tristar, Warner Bros und 20th Century Fox.

(apa/red)

21.11.2006 10:51