"Voll auf FPÖ-Linie" eingeschwenkt: Grüne sind gegen Ausländer-Modell von Prokop
- Stoisits spricht von einer Radikalisierung der ÖVP
- "A-Card": "Exzessives Modell von Sozialdumping"
·"A-Card": Prokop will Zuwanderung regeln
Auf ein Jahr beschränkte Arbeitszulassungen
·Grassers Pläne bei Verbleib in Regierung
Finanzminister fordert Zuwanderungsstopp
·Nach VfGH-Bescheid zu Staatsbürgerschaft
Haider mit "ergänzendem
Verfahren" bei Moslem
Scharfe Kritik am neuen Zuwanderungsmodell von Innenministerin Liese Prokop kommt von den Grünen. Die Ressortchefin schwenke "voll auf die FPÖ-Linie", meint Menschenrechtssprecherin Terezija Stoisits in einer Aussendung zur Idee einer auf zwölf Monate beschränkten Zulassung am Arbeitsmarkt in Form einer "A-Card". Angesichts dieser "weiteren Radikalisierung der ÖVP" würden die Verhandlungen im Bereich Einwanderung eine Nagelprobe für die SPÖ werden.
Inhaltlich ist die von Prokop propagierte A-Card nach Einschätzung der Grünen ein "Auf-die-Spitze-Treiben des Saisonnier-Modells". Leute würden für eine befristete Zeit ohne soziale Absicherung, ohne Möglichkeit mit ihren engen Familienangehörigen hier zu leben ins Land geholt: "Das ist ein exzessives Modell von Sozialdumping und Zwei-Klassen-Zuwanderung", kritisiert Stoisits, die daran erinnert, dass 2005 insgesamt 65.120 Saisonniers in Österreich beschäftigt waren.
Wehsely lehnt A-Card ab
Nein zum Vorschlag von Innenministerin Prokop sagt auch die Wiener Integrationsstadträtin Sonja Wehsely (S). In der Tageszeitung "Österreich" nennt sie das Prokop-Konzept "bekannt" und "gescheitert": "Das hat man in den 1970er Jahren Gastarbeiter-Regelung genannt."
(apa/red)
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