"Mehr Pepp" gefordert: Lothar Lockl ist
neuer Bundesparteisekretär der Grünen
- Neue Funktion soll Kommunikationsarbeit verstärken

Die Grünen haben eine neue Funktion geschaffen - den Bundesparteisekretär. Erster Amtsinhaber ist der bisherige Kommunikationschef Lothar Lockl (38), gab Bundessprecher Alexander Van der Bellen bekannt. Lockls neue Aufgabe sei die Verstärkung der Kommunkationsarbeit und die Verbesserung der internen Koordination. Er selbst sieht sie darin, den "öffentlichen Druck zu verstärken".
Überzeugt davon, dass "die Grünen einfach Pepp haben" und "am Puls der Zeit" sind, will Lockl in seiner neuen Funktion mithelfen, dass der Zuspruch zur Öko-Partei weiter wächst. Die neue Funktion wird auch eine "politische" sein - Lockl wird Stellungnahmen abgeben und selbst Pressekonferenzen bestreiten, die er bisher nur moderiert hat. Ein Mandat ist für ihn derzeit "kein Thema".
Die Grünen haben damit künftig eine Bundesgeschäftsführerin, Michaela Sburny, und einen - dem Generalsekretär bei anderen Parteien vergleichbaren - Bundessekretär. Van der Bellen begründete die Ausweitung der Strukturen mit dem kontinuierlichen Wachstum der Grünen in den vergangenen zehn Jahren. Im Parlament sind sie jetzt drittstärkste Kraft - und damit "die Nummer 1 der Opposition", wenn es zur großen Koalition kommt. Dies gelte es bei der nächsten Wahl zu verteidigen und auszubauen - und dafür habe man jetzt organisatorische Voraussetzungen geschaffen.
Lockl bekam die neue Funktion, weil er "maßgeblich beigetragen hat, dass der Grüne Weg nach oben erfolgreich beschritten wurde", erläuterte Van der Bellen die Entscheidung beim Erweiterten Bundesvorstand am Samstag.
Im heurigen Wahlkampf hätten die Grünen bemerkt, dass sie "an die Grenzen geraten" sind bei der internen Organisation und bei der Kommunikation, erzählte Sburny. Und jetzt komme auf die Grünen ja einiges zu - wenn es zur großen Koalition kommt, und dann bei in den intensiven Wahljahren ab 2008.
Über Lockls Nachfolge sowie generell über die künftige Organisation der Öffentlichkeitsarbeit wird in den nächsten Wochen beraten. So wird auch Eva Glawischnig, nun Dritte Nationalratspräsidentin, einen Pressesprecher bekommen - und es stelle sich die Frage, "ob wir das Pressebüro vergrößern können", erklärte Van der Bellen. Zumindest steht eine weitere Nachbesetzung an: Pressesprecherin Andrea Danmayr verlässt die Grünen mit Jahresende. Nach fast zehn Jahren in der Partei will sie sich ganz neuen Aufgaben zuwenden: Sie plant, in Wien ein Lokal zu eröffnen.
(apa/red)
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