Freitag, 24. November 2006

Gewinne eingesackt, die Nieten verkauft: Trafikantinnen manipulierten Rubbellose

  • Steiermark: Polizist kam Angestellten auf die Schliche
  • Fristloser Kündigung folgt Anzeige wegen Betrugs

Drei weibliche Trafikangestellte haben in der Obersteiermark kräftig in die Gewinnbox gelangt: Sie hatten Rubbellose so manipuliert, dass sie feststellen konnten, ob es sich dabei um Gewinne oder Nieten handelte. Die Gewinne wurden eingesackt, die anderen an arglose Kunden verkauft. Bis einem Polizisten die Manipulation auffiel. Die Frauen waren geständig und wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Nach dem Kauf eines Rubbelloses vor drei Tagen in einer Trafik in Liezen fielen dem Polizisten Manipulationen auf. In Zusammenarbeit mit den Kriminalisten der örtlichen Polizeiinspektion wurden noch weitere Lose gekauft, wobei der Verdacht der Manipulation erhärtet wurde. In der Folge wurden die drei Angestellten, im Alter von 20, 35 und 44 Jahren - alle aus dem Bezirk Liezen - von den Kriminalisten befragt. Die Angestellten gestanden bald, dass sie seit drei Wochen nur mehr Rubbelnieten veräußert hatten.

Im Zuge der Einvernahmen gaben sie zu, rund 150 Gewinnlose auf diese Weise herausgefiltert zu haben. Eine Schadenssumme konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Die drei geständigen Frauen wurden nach den Einvernahmen wegen gewerbsmäßigen Betruges auf freiem Fuß angezeigt, so die Polizeiinspektion Liezen. Darüber hinaus kündigte sie der Trafikbetreiber fristlos.

Bei dem Fall handelte es sich laut Österreichischen Lotterien um teilweise aufgerubbelte Rubbelflächen. Die Spieler könnten sich schützen, indem sie beim Kauf von Rubbellosen darauf achtet, dass die Flächen unbeschädigt sind, so eine Aussendung.
(APA/red)

24.11.2006 14:14