Donnerstag, 23. November 2006

Kleinere Klassen an Pflichtschulen: NÖ, Steiermark und Vorarlberg preschen vor

  • Maximal 25 Schüler: Verkleinerung ab Herbst 2007
  • Besserer Unterricht erwartet - Neue Dienstposten

"25 Kinder pro Klasse! Niederösterreich macht den Anfang" verkündet derzeit Niederösterreichs LH Erwin Pröll von Plakaten, die selbst in Wien affichiert sind. Ab dem kommenden Schuljahr sollen in allen 1. Klassen in den Volks-, Haupt- und Polytechnischen Schulen nicht mehr als 25 Kinder sitzen. Doch NÖ prescht nicht alleine vor: Auch Vorarlberg und die Steiermark wollen nicht auf die vom Bund versprochene Senkung der Klassenschüler-Höchstzahl auf 25 warten und verkleinern ab Herbst 2007 auf eigene Kosten die Klassen.

Kleinere Klassen würden besseren Unterricht für die Schüler bedeuten, "deshalb werden wir nicht warten, ob und wann die Klassenschülerhöchstzahlen bundesweit geregelt werden", betont man in NÖ. Die Kosten der Maßnahme werden mit rund sechs Mio. Euro beziffert, 140 bis 145 neue Dienstposten würden geschaffen. Beschlossen werden soll diese Maßnahme am 25. Jänner im Landtag.

Auch Vorarlberg senkt die Klassenschülerhöchstzahl an den Pflichtschulen ab dem nächsten Herbst auf 25. Dafür werden über fünf Mio. Euro aus Landesmitteln aufgewendet, erklärte kürzlich der Vorarlberger Schullandesrat Siegi Stemer. Diesem Beispiel folgt auch die Steiermark: Die SPÖ will laut steirischer Bildungslandesrätin Bettina Vollath einen Entschließungsantrag in den Landtag einbringen, wonach in der ersten, fünften und neunten Schulstufe maximal 25 Kinder in der Klasse sitzen dürfen. Durch diese Maßnahme werden 167 neue Dienstposten geschaffen, 78 neue Schulklassen würden entstehen. Die Kosten dafür werden mit 5,5 Mio. Euro beziffert.

Die drei Länder unternehmen ihren Vorstoß relativ risikolos: Auf Bundesebene haben sich sowohl SPÖ als auch ÖVP zur Senkung der Klassenschüler-Höchstzahl auf 25 bekannt - wenn auch nie gemeinsam. In einem vor dem Sommer von ÖVP und BZÖ eingebrachten und beschlossenen Antrag wird die Regierung aufgefordert, sich im Rahmen des Finanzausgleichs dafür einzusetzen, entsprechende Ressourcen für eine Senkung der Klassenschüler-Höchstzahl auf 25 in Pflichtschulen zu schaffen.

Gros der Länder wartet auf bundesweite Regelung
Wie auch immer eine neue Regierung aussehen und ihre Haltung zur Finanzierung der geringeren Klassengröße sein wird - spätestens 2008 haben die Länder die Möglichkeit, sich ihre zusätzlichen Kosten bei den Verhandlungen für den neuen Finanzausgleich wieder vom Bund abgelten zu lassen.

(apa/red)

23.11.2006 10:40