Mordprozess nach tödlichem Messerstich: 22-Jähriger hat in Supermarkt zugestochen
- Wien: Täter kann sich bis heute an nichts erinnern
Wegen eines banalen Streits um einen Einkaufswagen muss sich heute ein 22-Jähriger wegen Mordes vor einem Wiener Schwurgericht verantworten. Im Zuge der Auseinandersetzung am 5. April 2006 in einem Supermarkt in Ottakring stach er seinem Kontrahenten mit einem Messer mitten ins Herz. Der 54-jährige gebürtige Pole ging noch 20 bis 30 Meter weiter, ehe er zusammenbrach. Reanimationsversuche blieben erfolglos.
Der Beschuldigte, der drogenabhängig ist und sich mit kleineren Diebstählen über Wasser gehalten hat, kann sich bis heute nicht daran erinnern, dem 54-Jährigen einen tödlichen Herzstich versetzt zu haben. Aufschluss könnte bei dem Prozess ein Video geben, das in dem Supermarkt aufgenommen wurde. Die Geschworenen werden nun zu entscheiden haben, ob es sich bei dem Verbrechen tatsächlich um Mord oder etwa Totschlag - Strafrahmen: Bis zu zehn Jahre Haft - gehandelt hat. (APA/red)
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