Donnerstag, 1. März 2007

Mangelnde Preisinfo macht Leasing teuer: Arbeiterkammer testete Leasing-Angebote

  • Bei Lockangeboten zahlt man oft mehr als notwendig
  • So kommen Sie zu einem günstigen Leasing-Vertrag

Günstig beworben, teuer draufgezahlt: "3 Euro pro Tag", so verlockend sind Kfz-Leasing-Angebote. Aber: Was Verbraucher tatsächlich zahlen, bleibt häufig im Verborgenen. Ein AK Test bei zehn Autohändlern und neun Leasinggesellschaften zeigt: In jedem zweiten Angebot fehlte die gesetzlich erforderliche Angabe der Gesamtbelastung!

Die AK Tester haben im September 2006 Inserate für Kfz-Leasing in Zeitungen und Magazinen gesichtet. Sie holten dann bei elf Autohändlern in Wien Angebote ein. Zehn händigten eines aus. Einer lehnte mit dem Argument ab, es sei für Private unrentabel. Die AK Tester kontaktierten auch 14 Leasinggesellschaften mit einem Kaufanbot für einen Skoda Oktavia per E-Mail (Anschaffungspreis 27.240 Euro, Eigenmittel 7.240 Euro, fünf Jahre Laufzeit, 15.000 Kilometer pro Jahr, Restwert zehn Prozent). Sie erhielten neun Angebote, zwei antworteten nicht, drei sagten, dass sie im privaten Kfz-Leasing nicht tätig wären.

Gesamtbelastung oft nicht ersichtlich
Der Test zeigt: In jedem zweiten Kfz-Leasing-Angebot der Autohändler und Leasinggesellschaften haperte es mit der Angabe der Gesamtbelastung, also dem Gesamtbetrag über die Summe aller Zahlungen an die Leasingfirma über die gesamte Laufzeit. Und das, obwohl diese Preisinformation gesetzlich vorgeschrieben ist. Ein Vergleich würde sich aber lohnen, immerhin gibt es bei der Gesamtbelastung Differenzen bis zu über 1.400 Euro (gerechnet auf fünf Jahre) zwischen günstigstem und teuerstem Angebot.

Gebühren oft ungenau angegeben
Mängel gab es auch bei den Kosten, wie einmalige Bearbeitungs- oder Mietvertragsgebühr. Sie sind oft gar nicht oder ungenau angegeben. Bei der Bearbeitungsgebühr, die bei Vertragsabschluss zu zahlen ist, verrechnen z.B. Leasinggesellschaften zwischen 54 und 180 Euro in den neun von der AK eingeholten Anboten.

Zinssätze sind kaum transparent
Nur in drei Offerten der Leasinggesellschaften war ein Zinssatz angegeben. In den Angeboten der Autohändler fehlten sie zur Gänze. Die Zinsangabe ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, aus Verbrauchersicht aber wünschenswert. Das Resümee daraus lautet: Wenn Gesamtbelastung und Zinssätze in Angeboten nicht angeführt sind, kann der Verbraucher keine Kostenvergleiche mit anderen Leasing- oder Kreditverträgen machen.

Wichtige TIPPS zum Thema KFZ-Leasing finden Sie im Kasten auf der linken Seite

1.3.2007 09:49