Dienstag, 14. November 2006

Skidieben wird`s schwer gemacht: Fixe Chips und "Zulassungsschein" in Planung

  • Aktion scharf gegen immer dreistere Skidiebe
  • Kosten von einem Euro sind der Industrie zu hoch

Mit den Skiopenings beginnt auch für Langfinger die Wintersaison. Die Polizei setzt wieder auf verschärfte Kontrollen. Auch die Einführung von Chips zur Ortung der Beute ist geplant, steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Zur Diskussion steht deshalb auch ein "Zulassungsschein" für die Brettlinhaber.

Ist der Ski einmal weg, besteht wenig Hoffnung, ihn je wieder zu sehen. Die Aufklärungsquote bewegt sich im einstelligen Prozentbereich. Zur Ortung der verlorenen Bretter würden sich Chips eignen, die im Inneren des Skis eingearbeitet sind. Für die Kriminalpolizei ist das Zukunftsmusik, weil die Skifirmen auf Grund der hohen Kosten noch nicht mitspielen. "Diese Preisfrage können wir nicht beeinflussen", erklärt der Leiter des Landeskriminalamtes Salzburg, Oberst Albert Struber, im APA-Gespräch. Vorteilhaft wäre der Chip für die Fahndung allemal.

Kostenfrage
Die Firma Atomic in Altenmarkt stattet derzeit fünf Prozent ihrer Skier mit Chips aus - dabei handelt es sich um Produkte im Top-Preissegment. "Wir wären da schon kooperativ, es ist aber eine Frage der Kosten", sagt Geschäftsführer Michael Schineis zur APA. "Ein Chip kostet einen Euro - bei einer Million Paar Skier müsste man zwei Mio. Euro in Chips investieren." In dem Pilotprojekt von Atomic hat der Chip Daten über das Produkt gespeichert. Was noch nicht funktioniert: Diesen Ski einer bestimmten Person zuzuordnen. "Das wäre die Aufgabe des Sportfachhandels", so Schineis.

Ski-Card als Alternative
Die Mitarbeit der Sportgeschäfte ist auch bei einem anderen Vorschlag gefragt, der aus dem Pinzgau kommt. "Zum Nachweis des rechtmäßigen Besitzes würde sich eine Ski-Card eignen, die beim Kauf ausgestellt wird", lautet die Idee von Johann Lengauer, Kriminalreferent des Bezirkskommandos Zell am See. "Dort sind die wichtigsten Daten des Skis notiert: Marke, Typ, Nummer des Fabrikats, etc." Natürlich beruhe der Besitz dieses "Zulassungsscheines" auf Freiwilligkeit, betont der Chefinspektor. Die Karte sollte als zusätzliches Service verstanden werden. Denn viele Leute, die den Verlust eines Skis melden, könnten keine genaue Beschreibung abgeben. Für die Exekutive wird das verlorene Gut so zur Nadel im Heuhaufen. (apa/red)

14.11.2006 16:22