Montag, 13. November 2006

News Leben: 15 Prozent der Frauen leiden - quälende Endometriose: Ursache unbekannt

  • Erste Anzeichen: Krampfartige Schmerzen im Bauch
  • Fakten: Plage für Frauen bis in die Wechseljahre

Es sind Beschwerden, die viele Ursachen haben könnten: Krampfartige Schmerzen im Ober- und Unterbauch oder Rücken zählen dazu. Oft dauert es Jahre, bis der wahre Grund erkannt wird. Und häufig quält die chronische Krankheit, die dahinter steckt, die Betroffenen bis zu den Wechseljahren: Endometriose plagt rund 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter. Rund die Hälfte davon leidet unter Schmerzen. Und bei etwa 60 Prozent jener, die ungewollt kinderlos sind, liegt dies an Endometriose.

Der Name der Krankheit kommt von „Endometrium“, der Bezeichnung für die Gebärmutterschleimhaut. Ihre Zellen sind es auch, die durch Bildung von „Inseln“ außerhalb der Gebärmutter für Probleme sorgen. Aus bislang ungeklärten Gründen siedeln sie sich in und an den weiblichen Geschlechtsorganen, aber auch an Blase, Harnleiter, Darm und – in seltenen Fällen – sogar in Lunge, Kopf oder Zwerchfell an.

Bedrohlich
Weil Endometrioseherde ähnlich wie die richtige Gebärmutterschleimhaut auf zyklische Veränderungen reagieren, verursachen sie vor allem rund um die Menstruation Schmerzen und Blutungen. Kann das Blut nicht abrinnen, bilden sich so genannte „Schokoladenzysten“. Verwachsungen, die durch Endometrioseherde entstehen, können die Funktion der befallenen Organe erheblich stören und in seltenen Fällen bedrohliche Auswirkungen (wie etwa Darmverschluss) haben, obwohl die Krankheit selbst nicht lebensgefährlich ist.

Wichtige Diagnose
Wo im Körper sich Herde bilden, ob und wie sehr sie für Beschwerden sorgen, ist äußerst unterschiedlich. Kleine Verwachsungen können sehr schmerzhaft, große aber auch völlig symptomfrei sein. Bei wiederkehrenden oder ständigen, zunehmenden Schmerzen im Unterbauch oder beim Verkehr, für die keine andere Ursache
ausgemacht werden kann, sollte allerdings unbedingt auf Endometriose hin untersucht werden, rät der Wiener Gynäkologe Freydun Ronaghi: „Sind die Endometrioseherde im Bereich der Scheide oder zwischen Scheide und Mastdarm, kann man sie tasten. Und
liegen Zysten vor, sieht der Arzt diese im Ultraschall.“

Behandlung
Heilbar ist Endometriose nicht. Die Erkrankung schwindet allerdings in nahezu allen Fällen mit den Wechseljahren. Bei starken Beschwerden kann durch Hormonpräparate ein künstlicher Wechsel herbeigeführt werden, sodass die Endometrioseherde „austrocknen“ und sich zurückbilden. Mögliche Nebenwirkungen sind Depressionen, Schlafstörungen, Hitzewallungen und Gewichtszunahme.

Mehr dazu im NEWS LEBEN 11/2006

13.11.2006 14:07