Freitag, 17. November 2006

Quelle für Datenmüll kleiner als erwartet:
Spam stammt überwiegend von 200 Leuten

  • 80% des Gesamtaufkommens sehr konzentriert
  • Kriminelle Organisationen häufig als Provider getarnt

Rund 200 Spammer verursachen 80 Prozent des gesamten Spam-Aufkommens in den USA und Europa. Mit dieser verblüffenden Schätzung wartet das Anti-Spam-Projekt Spamhaus auf seiner Webseite auf. Hinter den Spamverursachern würden zwar zumeist mehrere Personen stehen.

Im Großen und Ganzen schätzt Spamhaus die involvierte Zahl der tatsächlich Beteiligten auf 500 bis 600 professionelle Cyberkriminelle. Zur Untermauerung der eigenen Schätzung haben die Spamjäger gleich auch eine Top-10-Statistik der umtriebigsten Spammer veröffentlicht.

Cyber-Kriminelle schwer nachzuverfolgen
Vier der Topspammer stammen aus Russland, aber auch die USA, Kanada und Hongkong sind prominent auf den vorderen Plätzen vertreten. Spamhaus zufolge lässt sich der Großteil des Spamaufkommens aber weiterhin auf die USA zurückführen, auch wenn die verantwortlichen Verursacher ihre Spuren über ständig wechselnde Aliase und Domainadressen geschickt verwischen. In diesem Zusammenhang kritisiert Spamhaus, dass viele Internet Service Provider bestehende Anti-Spam-Richtlinien weiterhin nur äußerst mangelhaft umsetzen würden. Damit öffneten sie professionellen Spammern Tür und Tor, um ihre Spam-Mails zu verbreiten, so Spamhaus.

Von einem Täuschungsmanöver zum nächsten
Als beliebter Trick gilt beispielsweise, dass Spamorganisationen sich als kleine ISPs tarnen, um Spuren zu verwischen. Beschwerden übergeordneter Provider, die ihrerseits die notwendige Bandbreite zur Verfügung stellen, werden von den falschen ISPs zunächst auf die ebenfalls erfundene eigene Kundschaft zurückgeführt. Damit lässt sich genügend Zeit gewinnen, um den eigenen Spamversand eine gute Weile voranzutreiben, bevor an anderem Ort unter neuem Namen die Zelte wieder aufgeschlagen werden. (pte/red)

Quelle: Pressetext

17.11.2006 10:13