Mittwoch, 15. November 2006

Streit um Tempo 100

  • AUFREGER: Geringe Geschwindigkeit, hohe Strafen

Tempokrieg: Umweltpolitiker machen jetzt Jagd auf Asphaltcowboys.

Sie liegen überall auf der Lauer. An Abfahrten, auf Brücken, bei Baustellen und an Raststätten. Ob in Uniform oder in Zivil, Tirols Polizei macht volle Jagd auf Raser. Und im „heiligen Land“ gilt schon als Raser, wer schneller als mit 100 km/h unterwegs ist.

Denn auf weiten Teilen der Inntalautobahn, insgesamt 98 Kilometern, setzte das Land mit 1. November das Tempolimit auf 100 km/h herab. Auch in Oberösterreich, der Steiermark, in Salzburg und Vorarlberg sind Tempodrosselungen geplant. Viele Autofahrer schäumen vor Wut, wollen nicht einsehen, weshalb sie trotz modernst ausgebauter Autobahnen den Fuß vom Gas nehmen und bei Nichtbeachtung drakonische Strafen zahlen sollen.

Lokalaugenschein. Vergangenen Montag, an der A12, bei Kilometer 53, Anschlussstelle Vomp. Tief hängen die Wolken über dem Tal, dicht drängen sich die Fahrzeuge über die Autobahn – 70.000 sind es in 24 Stunden. Und kaum einer überschreitet das neue Tempolimit. „Seit Monatsbeginn haben wir die Geschwindigkeit bei 20.000 Fahrzeugen gemessen“, erklärt Markus Widmann, Leiter der Tiroler Landesverkehrsabteilung, „nur 500 waren schneller als erlaubt unterwegs.“ Für Widmann der Beweis, dass die massive Polizeipräsenz Wirkung zeigt.

So auch an diesem Tag. Mit Kameras auf einem Brückenkopf werden Geschwindigkeit und Abstand gemessen. Die Auswertung der Bilder erfolgt wenige Meter weiter, im Wagen der Polizei.

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15.11.2006 16:38