Mittwoch, 15. November 2006

Viel Rauch um nichts

Länder fordern generelles Rauchverbot, doch der Bund blockiert.

Beinahe hätte er eine Lawine losgetreten. Mit seiner Petition für ein generelles Rauchverbot in Lokalen wollte der steirische Gesundheitslandesrat und überzeugte Nichtraucher Helmut Hirt (SPÖ) dem „Tschickerparadies“ Österreich vergangenes Wochenende endgültig den Garaus machen.

Fast schien es so, als würden die herrlichen Zustände für Raucher, die aufgrund der NEWS-Coverstory bereits vor vier Wochen breit diskutiert wurden, bald der Vergangenheit angehören. Denn: Schnell signalisierten vier weitere Bundesländer Zustimmung zum steirischen No-Smoking-Vorstoß. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller wollte am Dienstag gar „das jetzige System auf den Kopf stellen und das Nichtrauchen zum Normalzustand“ machen. Die Gesundheitslandesräte aus Oberösterreich, dem Burgenland und Kärnten schlugen in dieselbe Kerbe.

Rauchfreie Disko. Und sogar aus dem Büro der noch amtierenden Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat war einige Zustimmung zu vernehmen. Zwar hofft sie weiter, die Wirte würden, wie sie es in einer freiwilligen Selbstverpflichtung versprochen hatten, bis zum Jahresende Nichtraucherzonen einrichten; „geschieht dies nicht“, droht die Ministerin, „sind allerdings schärfere Maßnahmen denkbar“. Hirt hält solche für längst überfällig: „In Graz etwa haben mittlerweile gerade einmal 38 Lokale einen Nichtraucherbereich geschaffen. Jeder sieht doch, dass die Vereinbarung nichts bringt!“

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15.11.2006 16:31