Sonntag, 19. November 2006

Die Grüne Revolte! Klimaschutz - so machen
Blair, Schwarzenegger & Co. jetzt mobil!

  • Sonnenzeitalter: EU springt auf, Österreich schläft
  • PLUS: Al Gore in NEWS - "Letzte Rettungschance"

"Krise als Chance" lautet das neue Motto. Während bei der Umweltkonferenz in Nairobi Fachminister aus 190 Ländern um eine Verstärkung des Klimaschutzes verhandelten, bahnt sich auf den Straßen und bei Politstrategen eine Trendwende an: Zehntausende demonstrierten Anfang November in London für radikalen Klimaschutz. Nach der kalifornischen Gouverneurswahl überbieten sich potenzielle US-Präsidentschaftskandidaten mit Umweltansagen.

Denn eine Botschaft ist klar: Die Zeit drängt. Um 0,6 Grad ist die Temperatur laut Analysen der NASA in den letzten dreißig Jahren gestiegen. Die Erwärmung betrifft sensible Zonen der Erde besonders: In alpinen Regionen und an den Polen wurde es doppelt so warm, und dies lässt Gletscher wie Eiscreme schmelzen. Auch der Tundraboden in den arktischen Regionen taut rasant. Dort wird durch die Erwärmung Methan freigesetzt, neben Kohlendioxid (CO2) das wichtigste Treibhausgas. Gleichzeitig verbuchte man laut der Welt-Meteorologie-Organisation 2005 einen weltweiten Rekord des CO2-Ausstoßes. Hält dieser Trend, angeheizt vom Energiehunger Asiens, an, droht eine Erwärmung von bis zu sechs Grad bis 2100. Dies würde etwa den Meeresspiegel um Meter steigen lassen: Küstenregionen um Shanghai, in Bangladesch oder Florida würden versinken und Hunderte Millionen in die Flucht treiben. Unwetter würden gigantische Schäden anrichten und jährlich zehn Prozent der globalen Wirtschaftsleistung verschlingen.

Vor dem Sonnenzeitalter
Das 1997 beschlossene Kioto-Abkommen sieht eine schrittweise Reduktion der Treibhausgase in Industrienationen um fünf Prozent (Basis ist das Niveau von 1990) bis 2012 vor. Eines der Schlüsselthemen der Konferenz in Nairobi ist nun die Weichenstellung für ein neues internationales Abkommen. Angesichts dessen werden die nächsten Schritte ähnlich massiv ausfallen müssen: Um bis zu 80 Prozent muss der weltweite CO2-Ausstoß bis 2050 gesenkt werden, sonst droht die Apokalypse.

Diese notwendige Energiewende könnte ein neues Zeitalter einläuten. "Es ist ein Irrtum, zu behaupten, dass Umweltschutz und Wirtschaftswachstum ein Widerspruch sind", betonte Schwarzenegger am Rande einer Klimaschutzveranstaltung gegenüber NEWS. "Mit unseren neuen Umweltgesetzen haben wir der Solarenergie in Kalifornien einen kräftigen Impuls gegeben: Der Wirtschaft wird dies 75 Milliarden Dollar bringen und 90.000 neue Jobs schaffen", jubelt er. Schwarzenegger hat bereits im Juli mit Tony Blair einen Klimapakt abgeschlossen. Mit Kalifornien haben 40 der 50 US-Bundesstaaten bereits eigene Klimaschutzprogramme.

EU springt auf, Österreich schläft
"Ich war vor vier Wochen bei einer Messe in Kalifornien. Dabei habe ich zum ersten Mal eine Aufbruchsstimmung erlebt", berichtet Christoph Panhuber vom österreichischen Solar-Pionier-Unternehmen "Fronius". "In Kalifornien werden bis 2017 insgesamt 3.000 Megawatt an Solarenergie installiert. Das entspricht drei Temelin-Reaktoren", rechnet Panhuber vor. Solche Maßnahmen wären auch in Österreich dringend notwendig: "Das neue Ökostromgesetz sieht jährlich nur 17 Millionen Euro zur Förderung erneuerbarer Energie vor. Doch allein unser Unternehmen investiert 20 Millionen in Forschung in diesem Bereich."

Ein starker Inlandsmarkt, durch entsprechende Förderungen aufbereitet, wäre das Um und Auf, damit das Umwelt-Vorzeigeland Österreich am lukrativen 500-Milliarden-Export-Zukunftsmarkt profitieren könnte. Doch die Zeichen weisen ohnehin in eine andere Richtung: Österreich ist einer von sieben EU-Mitgliedsstaaten, die Anfang November verwarnt wurden, weil die Klimaschutzziele verfehlt werden. Nächster Schritt könnte eine millionenteure Klage durch die EU sein.

Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

19.11.2006 07:16