WWF-Studie alarmiert: Bis zu 72 Prozent
der Vogelarten vom Aussterben bedroht!
- Federvieh reagiert sensibel auf Klimaveränderungen
- Einige Zugvögel würden gar nicht mehr überwintern
Eine ungebremste Klimaerwärmung könnte einer Studie von Umweltschützern zufolge zum Aussterben von bis zu 72 Prozent aller Vogelarten führen. Dies hänge von der Region, den Wetterveränderungen und der Anpassungsfähigkeit der Tiere ab, heißt es in einem Bericht der Umweltschutzgruppe WWF.
Mit einem energischen Vorgehen gegen den Klimawandel bestehe aber noch die Chance, die Verluste zu vermindern. Dazu sei es notwendig, striktere Klimaschutzziele durchzusetzen und den Ausstoß der Treibhausgase soweit zu senken, dass es nicht zu einer globalen Erwärmung von mehr als zwei Grad kommt, heißt es in der auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen (UN) in Kenias Hauptstadt Nairobi vorgestellten Studie. Die meisten Wissenschafter machen Treibhausgase, die bei der Verbrennung fossiler Kraftstoffe entstehen, für den Klimawandel verantwortlich.
Vögel reagierten hochsensibel auf Klimaveränderungen und einige Arten litten bereits darunter. "Die Vögel zeigen, dass die globale Erwärmung eine Reihe bedeutender Auswirkungen auf die Umwelt hat", heißt es in dem Bericht. So würden zum Beispiel einige Zugvögel gar nicht mehr fortziehen. In Europa und den USA sei andererseits auch zu beobachten, dass manche Zugvögel auch wegen des Klimawandels und fehlender Nahrung immer früher auf Wanderschaft gingen. Die vorhergesagte Erwärmung könnte zudem bis 2080 zu einer vollständigen Zerstörung der europäischen Feuchtgebiete an der Mittelmeerküste führen, eines wichtigen Lebensraums der Zugvögel.
In Kanadas Hudson Bay schlüpften dem WWF-Bericht zufolge in diesem Frühling die Mücken deutlich früher als sonst - die brütenden Seevögel, die von den Mücken leben, konnten sich nicht so schnell daran anpassen. In den Niederlanden sei wegen einer ähnlichen Verschiebung zwischen Futterangebot und dem Bedarf bei den Vögeln die Population der Trauerschnäpper in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits um 90 Prozent zurückgegangen.
Die Klimaerwärmung bedroht aber auch den Lebensraum von Vogelarten, die ortsfest leben. In Europa könnte der Spanische Kaiseradler, der zumeist in Naturreservaten und -parks zu finden ist, seinen gegenwärtigen Lebensraum verlieren. Acht Vogelarten, darunter die Kleidervögel in Hawaii, die Pinguine auf Galapagos sowie das schottische Auerhuhn seien im höchsten Maße vom Ausstreben bedroht, heißt es in dem WWF-Bericht. (APA/red)
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