FORMAT-Gipfel der Medien-Manager: Eva Dichand & Oliver Voigt im Doppel-Interview!
- Erfolgskonzepte, Kooperationen und Medienzukunft
- Dichand: "Wir sind auch im Menschengeschäft tätig"
Eva Dichand und Oliver Voigt haben eine ganze Reihe Gemeinsamkeiten: Beide stehen schon in jungen Jahren an der Spitze von Unternehmen und beide wurden vom Fachmagazin "Der Journalist" als Medienmanager des Jahres ausgezeichnet. Im Doppelinterview sprechen sie über Erfolgsfaktoren und ihre Strategien.
FORMAT: Herr Voigt, Ihre Kür zum Medienmanager des Jahres 2006 wird damit begründet, dass Sie den News-Verlag aus einer fast aussichtslosen Situation geführt hätten. Sahen Sie die Lage bei Ihrem Amtsantritt im Jänner auch so aussichtslos?
Voigt: Man muss ja ehrlich im Leben sein. Ich habe es nie so tragisch gesehen, sondern als echte Herausforderung. Sonst hätte ich auch nicht mit einer gesunden Portion Ignoranz über einiges hinweggehen und dem einen oder anderen Kollegen zeigen können, dass man schon Zuversicht haben kann, obwohl einem der Wind ins Gesicht bläst.
FORMAT: Und was war Ihr Erfolgsrezept dabei?
Voigt: Mit Lust und Leidenschaft an die Dinge rangehen.
FORMAT: War es für Sie nicht schwierig, als Deutscher den Österreichern den Kurs vorzugeben?
Voigt: Nö, aber es war mehr als hilfreich, dass ich schon mal da war. Ich war ja von 1999 bis 2001 Geschäftsführer Marketing im News-Verlag. Mein Nachteil ist lediglich, dass ich in der Jugend nicht die entscheidenden Kontakte und Freundschaften aufbauen konnte. Es bleibt mir also nur ein Rezept in Österreich: mich anbieten und Leute kennen lernen.
Dichand: Richtig. Wir sind ja auch im Menschengeschäft tätig.
FORMAT: Frau Dichand, Sie waren im Vorjahr Medienmanagerin des Jahres. Wo sehen Sie die Erfolgsfaktoren von Oliver Voigt, der heuer zu dieser Ehre kam?
Dichand: Er ist ein bisserl so wie mein Schwiegervater Hans Dichand. Auch er bleibt seinen Grundsätzen treu und zieht seine Vorhaben durch, auch wenn er angegriffen wird.
FORMAT: Herr Voigt, was macht Ihre Mitbewerberin Eva Dichand aus Ihrer Sicht zu einer guten Medienmanagerin?
Voigt: Das Durchsetzen von etwas Neuem mit voller Begeisterung. Einen Preis wie den Medienmanager des Jahres bekommt man ja als Vorturner für ein ganzes Team, das dahinter steht.
FORMAT: Können Sie beide sich noch erinnern, wo Sie sich kennen gelernt haben?
Voigt: Wo haben wir uns eigentlich kennen gelernt? Ich denke beim Medienmanagerpreis im Vorjahr. Damals bin ich noch wie ein Beiwagerl dagesessen und habe mir das alles angeschaut.
FORMAT: Die Chemie hat offenbar gestimmt. "Heute" und der News-Verlag sind eine Kooperation eingegangen. Dabei bewirbt der News-Verlag täglich eines seiner Magazine mit einer Doppelseite in "Heute". Wo liegen hier die Synergien für beide Medienhäuser?
Dichand: Der News-Verlag hat extrem auflagenstarke Magazine. Durch die Kooperation kommen unsere "Heute"-Leser auch in den Genuss von Magazininhalten.
Voigt: "Heute" ist kurz getaktet und kann deshalb rasch konsumiert werden. Durch die Präsenz in "Heute" können wir neue Zielgruppen erschließen. Den Appetizer holt man in "Heute", den Rest liest man im Magazin. Ein weiterer Nutzen ist, dass Gratismedien Gewinnspiele anbieten dürfen und wir nicht.
FORMAT: Ihr Hauptgeschäft sind Printprodukte. Werden Zeitungen auch in Zukunft einen solchen Stellenwert wie heute haben, oder wird das Internet den Printprodukten bald den Rang ablaufen?
Dichand: Das Internet ist kein reines Nachrichtenmedium mehr, wo alle nur die Inhalte von ein paar Nachrichtenproduzenten konsumieren. Das sieht man an Beispielen wie MySpace und YouTube, wo sich die Benutzer ihre eigenen Inhalte machen, wie etwa Videos oder Tagebücher.
Voigt: Das unterschreibe ich vollinhaltlich. Die etablierten Medienhäuser müssen aufpassen, dass sie solche Trends nicht verschlafen. YouTube ist ein gutes Beispiel, hier werden die Trends von den Konsumenten vorgegeben. Das ist eine neue Form des Bürgerjournalismus. Trotzdem gehe ich felsenfest davon aus, dass unsere Kinder auch in hundert Jahren Qualitätsmagazine lesen werden. Und im Medienbereich fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.
Das ganze Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT!
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