Globalisierungs-Index 2006: Österreich hält
weiterhin Rang 9 - Singapur an der Spitze!
- Technologieführerschaft: USA macht einen Platz wett
- Malaysia als weiteres asiatisches Land auf Platz 19
Mit dem anhaltenden Investoren-Boom in Asien setzte sich Singapur erstmals nach 2001 wieder an die Spitze der Länder mit dem weltweit höchsten Globalisierungsgrad. Der Vorjahres-Erste Irland hat seine Führungsrolle abgeben müssen und ist auf Platz vier abgerutscht, hinter der Schweiz und den USA, geht aus dem vom US-Managementberater A.T. Kearney ermittelten aktuellen "Globalisierungs-Index 2006" hervor. Österreich hatte seine beste Bewertung im Jahr 2001 (Rang 7) und ist jetzt auf dem neunten Platz gereiht.
Österreich liegt mit seinem neunten Platz weit vor den europäischen Ländern Deutschland (Rang 18) oder Frankreich (Rang 23). In allen vier untersuchten Teilbereichen liege Österreich unter den Top 15, im politischen Bereich auf Platz 2, geht aus der Studie hervor. "Auffällig ist, dass der Anteil, mit dem die vier untersuchten Kategorien zur Platzierung beitragen, relativ ausgeglichen ist", so Robert Kremlicka, Geschäftsführer von A.T. Kearney in Österreich.
Im Vergleich dazu würden die USA ihren dritten Platz (2005: Rang 4) fast ausschließlich dem Technologiebereich verdanken.
Das Jahr 2004 sei im Hinblick auf die Globalisierung ein ausgesprochen erfolgreiches gewesen. Die chinesische Nachfrage nach Rohstoffen habe dafür gesorgt, dass auch die Schwellenländer von der Entwicklung profitiert hätten. Die weltweiten Investitionen in die asiatische Region stiegen im Vergleich zu 2003 um 45 Prozent. Der Geldfluss nach Lateinamerika nahm um 44 Prozent zu.
Schweiz auf Platz 2
Der zweite Platz der Schweiz sei auf die Verdopplung der UN-Beiträge des Landes zurückzuführen. Irland fiel zurück, weil zahlreiche Investoren im Unterschied zu den vergangenen Jahren vermehrt auf Asien und Osteuropa gesetzt hätten. Die USA hingegen hätten auch 2004 von ihrer internationalen Technologieführerschaft profitiert und konnten so ihre mangelnde Unterstützung des Freihandels sowie die Weigerung, internationale Verträge zu unterzeichnen, damit kompensieren, heißt es von Seiten der A.T. Kearney-Experten.
Skandinavien ist top
Unter den Top-20 befinden sich alle skandinavischen Staaten mit Ausnahme Islands. Aus Osteuropa sind Tschechien, Slowenien und Ungarn vertreten. Malaysia stellt mit Rang 19 das zweite asiatische Land, das neben Singapur in der Top-Liste der Globalisierungsgewinner geführt wird. Australien konnte sich unter anderem auf Grund einer gestiegenen Rohstoffnachfrage in Kombination mit höheren ausländischen Investitionen um vier Plätze auf die achte Position vorarbeiten.
Globalisierungsgrad wird gemessen
Der Globalisierungs-Index, der jährlich von A.T. Kearney gemeinsam mit dem "Foreign Policy Magazine" erstellt wird, misst den Globalisierungsgrad von 62 Staaten weltweit und deckt damit laut A.T. Kearney 96 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes und 85 Prozent der Weltbevölkerung ab. Die am Dienstag veröffentlichte Studie greift auf Datenmaterial aus dem Jahr 2004 zurück. Bewertet werden vier Haupt- und 12 Unterkategorien die sowohl ökonomische als auch politisch-gesellschaftliche Faktoren berücksichtigen. Für den Globalisierungsgrad werden unter anderem persönliche internationale Kontakte, technologische Verflechtungen, politisches Engagement oder die wirtschaftliche globale Aktivität eines Staates herangezogen. (apa/red)
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