Dienstag, 14. November 2006

Telekom Austria mit kräftigen Zuwächsen: Nettogewinn auf fast 500 Mio. Euro gestiegen

  • Umsatz stieg um 11,4 Prozent auf 3,56 Mrd. Euro
  • TA steht vor Angebot für bosnische Telekom Srpske

Die börsenotierte Telekom Austria hat von Jänner bis September vor allem dank des Handygeschäfts in Südosteuropa ein kräftiges Umsatz- und Ergebnisplus erzielt, die Analystenerwartungen damit übertroffen und den Ergebnis-Ausblick für das Gesamtjahr 2006 angehoben. Nach dem kürzlichen Markteinstieg in Serbien will die TA-Mobilfunktochter Mobilkom Austria nun ein Übernahmeangebot für die Telekom Srpske in Bosnien-Herzegowina legen.

Die Telekom Srpske, die Telekom-Gesellschaft des serbischen Landesteils von Bosnien-Herzegowina, soll zu 65 Prozent verkauft werden, die Angebotsfrist läuft bis zum 20. November. "Wir sind bereit, ein Angebot abzugeben", Bosnien sei ein guter Markt mit Wachstumspotenzial, sagte TA-Generaldirektor Boris Nemsic. Der Festnetz- und Handynetzbetreiber erzielte 2005 einen Umsatz von 180 Mio. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 60 bis 65 Mio. Euro und hat 570.000 Handy- und 350.000 Festnetz-Kunden.

Einstiegsmöglichkeiten sondiere die TA derzeit auch in anderen Ländern Südosteuropas, aber in Montenegro, wo eine dritte Handylizenz vergeben werden soll, sowie im Kosovo und in Mazedonien seien noch keine konkreten Verkaufsprozesse gestartet. Auch beim geplanten Verkauf der griechischen OTE, die auch in Albanien und Rumänien tätig ist und strategisch gut zur TA passen würde, seien noch "so viele Unbekannte" offen.

Wie bekannt wurde, hat die griechische Regierung für den Verkaufsprozess bereits die UBS, Credit Suisse und EFG Eurobank als Berater nominiert. Griechenland will einen weiteren Teil des noch staatlichen 38,7-Prozent-Anteils an der OTE an einen strategischen Investor verkaufen. Medienberichten zufolge könnte die Telekom Austria im Zuge dessen im nächsten Jahr 25 Prozent des griechischen Konkurrenten erwerben.

In Serbien konzentriert sich die TA nun nach dem kürzlichen Erwerb der dritten Handylizenz um 320 Mio. Euro auf den Netzaufbau, in den bis 2009 rund 250 Mio. Euro gesteckt werden sollen, so Nemsic. Der Lizenzvertrag soll Anfang Dezember unterschrieben werden, der operative Betrieb der neuen Mobilkom-Handytochter muss dann laut Lizenzbedingungen innerhalb der nächsten sechs Monate - also bis spätestens Anfang Mai 2007 - gestartet werden. 2009 soll die neue serbische Tochter erstmals ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie einen positiven Free Cash Flow erwirtschaften.

41 Prozent der Umsätze der TA-Gruppe entfallen jetzt schon auf die Handytöchter in Bulgarien, Kroatien, Slowenien und Liechtenstein. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres 2006 stieg der Umsatz der TA-Gruppe vor allem dank der Konsolidierung der 2005 erworbenen bulgarischen Mobiltel um 11,4 Prozent auf 3,56 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 24,2 Prozent auf 695,7 Mio. Euro. Der Nettogewinn stieg um 34,7 Prozent auf 498,5 Mio. Euro, das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs in den ersten drei Quartalen um 11,2 Prozent auf 1,53 Mrd. Euro.

Im Gesamtjahr 2006 sollen EBIT und Nettogewinn laut der neuerlich angehobenen Prognose um "etwa 30 Prozent" - statt bisher "mehr als 20 Prozent" - wachsen. Beim Umsatz wird ein Plus von 5 Prozent und beim EBITDA von etwa 10 Prozent prognostiziert. In Handybereich wächst die Mobilkom vor allem in Südosteuropa und im Datengeschäft. Im Festnetzbereich geht der Umsatz weiter zurück, da das Wachstum bei Breitband-Internet die rückläufigen Sprachtelefonieminuten nicht vollständig kompensieren kann.

Im Handybereich stiegen die TA-Umsätze von Jänner bis September um 22 Prozent auf 2,17 Mrd. Euro, im Festnetz und Internet gingen sie um 0,5 Prozent auf 1,58 Mrd. Euro zurück. Die Zahl der Handykunden stieg per Ende September im Vorjahresvergleich um 15,7 Prozent auf 9,78 Mio. Kunden, davon entfallen 3,5 Mio. auf Österreich (plus 6,6 Prozent). Die Zahl der ADSL-Breitbandanschlüsse stieg per Ende September im Vorjahresvergleich um 27,4 Prozent auf 670.000 (inklusive 121.000 Wholesale-Anschlüsse).

(apa/red)

14.11.2006 13:35