Monatliche Preissteigerung: Wien Energie verteuert Gas und Strom per 1. Jänner 2007
- Bei Stromverbrauch von 2.500 kWh um 6,3 % teurer
Die Kunden der Wien Energie müssen ab Jahresbeginn 2007 für ihre Strom- und Gasrechnung tiefer in die Tasche greifen. Für einen durchschnittlichen Wiener Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 2.500 kWh steigt der Preis um 6,3 Prozent oder 2,21 Euro pro Monat. Der durchschnittliche Gaskunde mit einem Verbrauch von 10.700 kWh muss um 5,3 Prozent oder 2,92 Euro pro Monat mehr zahlen. Für Gewerbekunden werden die Preise um 8 bis 9 Prozent angehoben, gab die Wien Energie bekannt.
Den reinen Strompreis hebt die Wien Energie für Haushaltkunden um 0,88 Cent auf 6,32 Cent/kWh an, gab Thomas Irschik, Regionalgeschäftsführer der Wien Energie Vertrieb Gmbh &Co KG und Geschäftsführer der EnergieAllianz Austria Gmbh, in einer Pressekonferenz bekannt. Bei Erdgas wird der Energieanteil um 0,25 bis 0,27 Cent/kWh angehoben. Der pauschale Grundpreis bleibt stabil. Die Wien Energie werde nicht der Preisbrecher sein, sondern "unsere Schiene ist eine garantierte Serviceleistungsschiene".
Die Strom- bzw. Gasrechnung setzt sich aus dem reinen Energiepreis, den Netzkosten sowie Steuern und Abgaben zusammen. Ein Lieferantenwechsel, wie er im Zuge der Marktliberalisierung möglich geworden ist, bezieht sich nur auf den reinen Energiepreis. Der reine Energiepreis macht für Kunden der Wien Energie 44,5 Prozent der gesamten Gasrechnung und 38,5 Prozent der gesamten Stromrechnung aus. Insgesamt habe die Wien Energie 700.000 Gaskunden und 1,4 Millionen Stromkunden. Die Wechselrate liege bezogen auf die Kundenzahl bei rund 5 Prozent, bei der Menge seien es "signifikant mehr".
Für einen Kleinstverbraucher mit einem Jahresverbrauch von 4.280 kWh Gas pro Jahr beträgt die gesamte Preisänderung 1,1 Euro pro Monat, für den Durchschnittskunden mit 10.700 kWh sind es 2,92 Euro und für 21.400 kWh sind es 6,0 Euro pro Monat. Für 15.000 kWh Jahresverbrauch beträgt die Anhebung 5,7 Prozent. Die Stromrechnung verteuert sich für einen Kleinstverbraucher (500 kWh Jahresverbrauch) um 0,44 Euro pro Monat, für einen Durchschnittsverbraucher (2.500 kWh) um 2,21 Euro und für einen größeren Verbraucher mit 3.500 kWh um 3,09 Euro.
Wien Energie habe sich bemüht, die Anpassungen so moderat wie möglich durchzuführen, betonte Irschik. Man gebe nur einen Teil der Mehrkosten weiter, die Einstandspreise seien kräftig gestiegen. Die Anhebungen seien im betriebswirtschaftlich notwendigen Ausmaß erfolgt und würden zudem nur die zweite Hälfte der Heizperiode betreffen. Der Gaspreis reagiere mit einer Verzögerung von drei bis sechs Monaten auf den Ölpreis. Sollte sich eine Trendwende abzeichnen und diese sich spürbar niederschlagen, werde man diese auch weitergeben. In den Sommermonaten habe es Höchststände gegeben. Im Jahr 2006 seien die Ölpreise um 26 Prozent gestiegen. Auch auf dem Strommarkt seien die Preise gestiegen, allein im vergangen Jahr um rund 25 Prozent. Wien Energie Vertrieb decke den Strombedarf je zur Hälfte an den europäischen Strombörsen und zur Hälfte aus eigenen Kraftwerken, wobei aber auch hier der Marktpreis verrechnet werde.
Die höheren Einstandspreise seien nicht nur auf steigende Ölpreise zurückzuführen, es gebe auch Spekulationen am Markt und es dürften auch die Stromerzeugungseinheiten in Europa vielleicht doch etwas zu gering sein, sagte Wien-Energie-Chef Michael Obentraut. Es könnte zu einem Engpass kommen. Auch die Netze seien nicht geeignet, denn damit der Verkehr fließe, müssten die Autobahnen auf die Spitzenbelastung ausgerichtet sein. Das europäische Stromnetz sei nicht auf die Spitzenbelastungen ausgerichtet, es sei nicht so einfach, die Ware Strom beispielsweise von Österreich nach Frankreich zu leiten. In der Bilanz der Wien Energie werde der Produktionsbereich eine sehr gute Entwicklung aufweisen können. Rationalisierungen und Einsparungen seien ein permanentes Thema. Man werde jedenfalls ein positives Ergebnis darstellen können. Es seien alle Energieversorger dabei, auf die Marktentwicklung zu reagieren.
(apa/red)
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