Runder Tisch ohne Kompromiss: Bäume bei Happel-Stadion werden wie geplant gefällt
- Grüne kündigen Fortsetzung der Proteste an

Die Bäume beim Ernst-Happel-Stadion werden so wie geplant gefällt - ein Runder Tisch zu diesem Thema ist ohne Kompromiss zu Ende gegangen. Wie Vizebürgermeisterin Grete Laska nach dem Gespräch betonte, sind die Rodungen aus Sicherheitsgründen notwendig. Die Grünen kündigten an, ihre Proteste fortsetzen zu wollen.
Beim Stadion sollen zur Schaffung eines "Sicherheitsringes" sämtliche Bäume im Umkreis von 20 Metern weichen. Die 20 Meter seien dabei im internationalen Vergleich das Mindestausmaß, betonte Laska: "Das ist schon ein Kompromiss".
An dem Gespräch haben Politiker sämtlicher Rathausparteien sowie Vertreter der Exekutive, Rettung und Feuerwehr teilgenommen. Laska hatte zu dem Treffen geladen, nachdem Aktivisten versucht hatten, erste Rodungen beim Stadion zu verhindern - zum Teil mit Erfolg.
Laut Laska werden die derzeit ausgesetzten Arbeiten nach dem Länderspiel gegen Trinidad/Tobago fortgesetzt. Generell habe es bei dem Gespräch im Rathaus eine "erfreuliche Übereinstimmung" gegeben - nämlich dass die Fußball-Europameisterschaft 2008 als eine enorme Chance und als ein "Fenster in die Welt" gesehen werde.
Es seien gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden die Argumente dafür erörtert worden, dass für die EURO ungewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig seien. Von den geplanten Rodungen abzugehen, sei schon aus Haftungsfragen nicht möglich gewesen, so Laska.
Bei SPÖ, ÖVP und FPÖ habe es dafür Zustimmung gegeben, nur die Grünen waren laut Laska "nicht hundertprozentig glücklich". Tatsächlich zeigte sich deren Umweltsprecher Rüdiger Maresch im Gespräch mit der APA alles andere als zufrieden: "Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass es einen Kompromiss geben wird."
Die Grünen hätten laut Maresch damit leben können, dass Bäume gefällt werden - solange einige stehen geblieben wären. Da die Rodungsarbeiten wieder beginnen, werden auch die Proteste fortgesetzt. "Wir werden versuchen, das mit friedlichen Mitteln zu verhindern", so Maresch. Die jüngsten Demos waren gemeinsam mit Anrainer-Initiativen durchgeführt worden.
Dass es zwischen den Umweltschützern und der Stadt Wien noch zu irgendeiner Art von Einigung kommt, ist äußerst unwahrscheinlich. Laska: "Ich glaube, ein weiteres Gespräch ist nicht sinnvoll."
Während der Durchführung der Arbeiten soll nun durch Absperrungen verhindert werden, dass Personen dem Geschehen zu nahe kommen. Dies sei auch aus Sicherheitsgründen notwendig - denn man müsse Passanten vor Gefahren schützen, betonte Laska. Sie verwies etwa auf die zahlreichen Spaziergänger und Läufer, die im Prater unterwegs sind.
(apa/red)










