Freitag, 17. November 2006

Springer & Kombinierer optimistisch: Gute
Vorbereitung lässt starke Saison erwarten

  • Hohe Erwartungen nach Training und Berg-Touren
  • Erfahrene Routiniers und junge Wilde bei Springern

Knapp eine Woche vor dem Saisonstart im finnischen Kuusamo (24.-26. November) präsentierten sich die Nordischen Kombinierer und Springer des ÖSV bei einer Pressekonferenz in Salzburg optimistisch. Die Vorbereitungen seien hervorragend gelaufen, zuletzt habe das Kombiniererteam in Finnland trainiert, wie der neue Trainer Alexander Diess erläutere. "Das Kribbeln kommt jetzt, die Vorfreude ist groß, die Athleten sind heiß auf die Rennen", betonte der Nachfolger von Erfolgscoach Günther Chromecek.

"Ich habe versucht, das Bewährte von meinem Vorgänger zu belassen und eigene Ideen einzubringen", sagte Diess. "Ich habe an den Trainingsplänen mit den Athleten viel gearbeitet. Für den Teamgeist haben wir gemeinsam den Mont Blanc bestiegen, und vor allem habe ich Wahrnehmungs- und Bewusstseinsübungen eingeführt. So springen die Kombinierer zum Beispiel mit Ohrstöpsel oder anderen 'Behinderungen' über die Schanze, um sich auf Körperempfindungen besser konzentrieren zu können, die beim Springen wesentlich sind", erläuterte Diess, der sein persönliches Ziel für seine erste Saison als Bundestrainer nicht bekannt geben will.

"Man soll nichts verschreien, aber wir haben das Potenzial für Siege in den großen Bewerben dieser Saison wie den Weltcup oder die Weltmeisterschaft in Japan", sagte er dann doch.

Christoph Bieler, Mario Stecher, Michael Gruber und Felix Gottwald bestätigen die gute Stimmung und das Gelingen der Vorbereitungsarbeit. Gottwald hat darüber hinaus in Schweden ein spezielles Solo-Training in einem konstant kalten Tunnel absolviert. "Ich war eine Woche früher auf Schnee", erzählte Gottwald. "Ich hoffe, das ist ein Vorteil für meine letzte Saison. Ich bin hoch motiviert und vor allem konnte ich mein letztes Vorbereitungs-Training als Spitzensportler richtig genießen."

Erfahrene Routiniers und junge Wilde
Auch im Lager der Springer freut man sich schon sehr auf den Weltcup-Auftakt, der ja an gleicher Stelle erfolgt. "Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen Routiniers und jungen Wilden", konstatierte der Nordische Direktor, Toni Innauer. "Wir haben enormes Selbstvertrauen und gut gearbeitet. Die Konzepte stimmen mit allen Trainern und den Aktiven." Innauer durfte sich bei den Springern ja über einen Doppelsieg im olympischen Einzelbewerb sowie das erste Mannschafts-Olympia Gold überhaupt freuen.

Daher geht man auch mit Zuversicht in die WM-Saison, deren Höhepunkt Ende Februar/Anfang März in Sapporo erfolgt. Daran kann auch eine kleine Zwangspause im Weltcup-Vorfeld nichts ändern. Statt einer geplanten Woche konnte in Seefeld zuletzt nur ein Tag trainiert werden. "Dafür gehen wir total ausgeruht in die Saison, das kann auch ein Vorteil sein", mutmaßte "Team-Oldie" Martin Höllwarth.

(apa/red)

17.11.2006 13:39