Freitag, 17. November 2006

Hugo Sanchez neuer Trainer von Mexiko: Idol soll den großen Durchbruch bringen

  • 48-Jähriger spaltet in seiner Heimat die Fußball-Fans
  • Weltklasse-Kicker ließ die Karriere in Linz ausklingen

Von seiner Sorte gibt es nicht viele in Mexiko. Fußball-Legende Hugo Sanchez, der in seiner Heimat zum Teamchef bestimmt worden ist, bräuchte eigentlich zwei Leben, um alles zu schaffen, was er sich vorgenommen hat. Sein nächstes Hauptziel ist nun die WM 2010 in Südafrika, wo die "Seleccion" unter seiner Führung für Furore sorgen soll.

Der 48-jährige Ex-Profi und promovierte Zahnarzt, der als der beste Fußballer in der Geschichte Mexikos gilt, bringt alle Voraussetzungen mit, um die Auswahl zum Erfolg zu führen und die Fußball verrückte Nation endlich wieder in ein WM-Viertelfinale zu führen, das bisher nur bei den Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 erreicht wurde.

Mittelfeldspieler Pavel Pardo vom VfB Stuttgart, mit 129 Einsätzen Rekordnationalspieler Mexikos, begrüßte die Entscheidung: "Hugo hat diese Chance verdient für das, was er als Trainer geleistet hat und was er als Spieler für alle Mexikaner verkörpert. Ich weiß, dass er ein Motivator ist und ein Trainer, der die Spieler gut behandelt."

Viele Fans glauben, dass Sanchez, der seine Karriere 1995/96 beim FC Linz ausklingen ließ, genau der richtige "Siegertyp" ist, der die Spieler anstecken und ein Team motivieren kann. Doch es gibt auch reichlich Skeptiker unter den mexikanischen Fußball-Anhängern. Dr. Hugo Sanchez Marquez ist ja auch bekannt dafür, gelegentlich kein Blatt vor den Mund zu nehmen, und hat mit dieser direkten Art auch in Mexiko viele gegen sich aufgebracht.

Als Sanchez 1976 zu den Pumas der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) kam, stellte sich bald der Erfolg des talentierten jungen Kickers ein. Und als er 1981 das finale Zahnarztexamen ablegte, war er bereits Torschützenkönig und Meister mit den Pumas geworden. Seine eigentlichen Erfolge errang er aber in Spanien, wo er für Real und Atletico Madrid spielte und fünf Mal Torschützenkönig der spanischen Liga wurde.

Nach seiner Rückkehr in seine Heimat war er unter anderem Trainer der Pumas, mit denen er zweimal den mexikanischen Meistertitel holte. Als es vor einem Jahr bei den Pumas kriselte, gab der umtriebige Geschäftsmann das Traineramt ab und ging nach Spanien, wo er auf den Ruf aus der Heimat wartete. Auf dem Umweg über den Erstligisten Necaxa in Aguascalientes kehrt Sanchez nun dahin zurück, wo er immer hin wollte.

(apa/red)

17.11.2006 11:04