Rauchverbot in Lokalen: Österreich ist bei Nichtraucherschutz ein Entwicklungsland!
- Ärzte-Kritik: Höchste Nikotinkonzentration in Luft
Krebskranker Danzer engagiert sich für Aufklärung - UMFRAGE: Sind Sie für ein Rauchverbot in Lokalen?

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Sind Sie für striktes Rauchverbot in Lokalen?
In der Diskussion um ein generelles Rauchverbot meldeten sich jetzt führende Wiener Mediziner zu Wort: Sie fordern in einer Petition neben einem absoluten Rauchverbot in der Gastronomie "konsequente Maßnahmen" wie deutlich höhere Zigarettenpreise und finanzielle Unterstützung bei einer Entwöhnungstherapie. Adressaten sind die "nächste Regierung" sowie der Nationalrat, erklärten sie in einer Pressekonferenz. Als prominenten Unterstützer haben die Ärzte den Liedermacher Georg Danzer geholt. Der ehemalige starke Raucher kämpft gegen Lungenkrebs.
Die Experten fordern ein "effektives Gesamtkonzept", dass nicht nur ein umfassendes Rauchverbot beinhaltet, sondern auch eine Zweckwidmung der Einnahmen aus der Tabaksteuer für Rauch-Prävention und wirksame Entwöhnungsprogramme. In der jetzigen Situation gleiche Österreich im EU-Vergleich mehr einem "Entwicklungsland", kritisierte Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion. Nur Lettland und Luxemburg liegen bei den Tabakkontrollen hinter dem heimischen "Raucherparadies". "Auch bei den rauchenden Kindern sind wir nur mehr von Grönland geschlagen", zitierte der Sprecher der Patientenorganisation eine Studie. Nichtraucherzonen alleine seien zu wenig, sagte Spranger.
Höchste Nikotinkonzentration in Luft
Äußerst bedenklich sei auch die Nikotinkonzentration in der Luft, in einem EU-weiten Vergleich wurde Österreich "stolzer Anführer", so Univ.-Prof. Dr. Gerald Maurer, Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiologie am Wiener AKH. Sowohl heimische Discos, Restaurants, Schulen als auch Spitäler weisen mit Abstand die höchste Rate auf, "eine akute Gefährdung von Asthmatikern ist nicht auszuschließen".
"Legales Massenvernichtungsmittel"
Als ein "legales Massenvernichtungsmittel" sieht der Wiener Sozialmediziner Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze die Zigarette: "Es darf aber nicht nur darum gehen, ob man beim Wirten rauchen darf oder nicht." Studien würden zeigen, dass eine Erhöhung des Zigarettenpreises eng mit einem Rückgang des Konsums zusammenhängt. Er appelliert daher auch an die Regierung, "besonders in der Preispolitik hart zu bleiben" und die Mindestpreise pro Packung auf fünf bis sechs Euro anzuheben.
Danzer engagiert sich für Aufklärung
Mit 13 Jahren habe er zu rauchen angefangen, erzählte Austropopper Georg Danzer (60), damals "hat a jeder geraucht" ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Jetzt wüsste er, dass Rauchen aber "nichts mit Mündigkeit des Staatsbürgers zu tun hat, sondern dass ich einfach suchtkrank war". Ob das Karzinom in seiner Lunge durch den jahrzehntelangen Zigarettenkonsum komme, sei nicht feststellbar, "es ist aber naiv zu sagen, das muss wo ganz anders herkommen". Er würde in dieser Runde aber nicht "als ehemaliger Sünder" sitzen, der Schutz von Nichtrauchern sei für ihn "ein Menschenrecht". Unvorstellbar sei daher, "wie in Demokratie wie Österreich die schwächeren Nichtraucher von den viel stärkeren und gefährlicheren Rauchern tyrannisiert werden". Auch seine Einstellung zum Rauchen sei jetzt sehr drastisch: "Das ist so, als ob man mir einen Teller mit Hundekot servieren würde." (apa/red)
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