Sonntag, 19. November 2006

Nussbaumer soll am Leben sein: Video mit entführtem Österreicher im TV ausgestrahlt?

  • Gruppe "Islamisches Mujahedin-Bataillon" Entführer?
  • US-Rückzug aus Irak in Videobotschaft gefordert

Der arabische Satellitensender "Al-Alam" hat ein Video einer Gruppe ausgestrahlt, die behauptet, den Oberösterreicher Bert Nussbaumer und vier Amerikaner in ihrer Gewalt zu haben. In dem Video soll ein Mann zu sehen sein, der sein Gesicht mit einem Kopftuch verhüllt. Es gibt jedoch keine Beweise, dass sich die Entführten wirklich in der Gewalt der Gruppe "Islamisches Mujahedin-Bataillon" befinden. Laut einem irakischen Offizier soll Nussbaumer am Leben sein.

Während der Ausstrahlung des Videos auf "Al-Alam" war die Stimme des Mannes nicht zu hören. Der Präsentator des Senders erklärte, das Video stamme von den angeblichen Anführern. CNN schrieb auf seiner Homepage, man sei nicht in der Lage, die Echtheit des Videos zu verifizieren.

Abzug aus Irak gefordert
Die angeblichen Entführer haben den Abzug der US-Truppen und die Freilassung aller irakischen Gefangenen gefordert. Das berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press.

Die Forderungen wurden von einem Mann verlesen, der sein Gesicht mit einem traditionellen arabischen Tuch verhüllt hatte. Von den fünf entführten westlichen Sicherheitsleuten war aber nichts zu sehen.

Erfolglose Suche
Der arabische Sender "Al-Jazeera" meldete unter Berufung auf Sprecher der Koalitionstruppen und der irakischen Armee, es habe weiterhin keinen Durchbruch bei der Suche nach den Vermissten gegeben.

Sicherheitskreise im südirakischen Bagdad erklärten, man wisse wenig über das Islamische Mujahedin-Bataillon. Es handle sich dabei um eine schiitische Gruppe, die vor rund sechs Monaten in Erscheinung getreten sei und mit Angriffen auf Sicherheitsfirmen gedroht habe, die die Grenze von Kuwait in den Südirak überquerten.

Soldaten der US-geführten Koalitionstruppen und der irakischen Armee setzten ihre Suche nach den fünf Sicherheitsleuten fort, die nahe der kuwaitischen Grenze entführt worden waren. Die Männer sind Angestellte der Sicherheitsfirma Crescent Security Corp.

Laut einem hochrangigen irakischen Offizier sind die fünf Männer noch am Leben. "Wir wissen, wo sie sind. Wir haben den Ort festgestellt, wo sich die Geiseln befinden. Wir kontrollieren das gesamte Gebiet. Wir hoffen, dass uns die Befreiung der Geiseln bald gelingt", sagte Mohammed Ali Moussawi der "ZiB 1" am Samstagabend.

(apa/red)

19.11.2006 07:36