Dalai Lama bittet um Leben Saddams: Ver -urteilte verdiene Möglichkeit zur Besserung
- "Todesstrafe ist eindeutig eine Form von Rache"
- Vatikan hatte bereits gegen Todesurteil protestiert
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Todesurteil wegen Massaker an Schiiten
Der Dalai Lama hat die irakischen Behörden aufgefordert, die Anfang November gegen Saddam Hussein verhängte Todesstrafe aufzuheben. Der Verurteilte sollte die Möglichkeit erhalten sich zu bessern, hieß es in dem Schreiben, das vom indischen Büro des geistlichen Oberhaupts der Tibeter veröffentlicht wurde. Das von den USA unterstützte irakische Gericht hatte Saddam wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig befunden und ihn für seine Rolle beim Massaker an 148 Schiiten in der Kleinstadt Dujail im Jahr 1982 zum Tode verurteilt.
"Auch wenn die Todesstrafe eine vorbeugende Funktion hat, ist sie eindeutig eine Form von Rache", hieß es in dem Papier weiter. "Wie furchtbar immer die begangene Tat auch war, so glaubt Seine Heiligkeit trotzdem daran, dass jeder Mensch das Potenzial in sich trägt, sich zu bessern." Der Dalai Lama "hofft in diesem wie auch in jedem anderen Fall, dass Menschenleben respektiert und verschont bleiben", hieß es dem Schreiben. Weiters lobte das tibetische geistliche Oberhaupt die Europäische Union. Sie hatte sich gegen das Todesurteil ausgesprochen.
Zuvor hatte bereits der Vatikan entschieden gegen das Todesurteil für Saddam Hussein protestiert. Menschenrechtsorganisationen und Rechtsexperten hatten das jahrelanges Gerichtsverfahren gegen Saddam Hussein, bei dem auch drei Verteidiger ermordet wurden, als problematisch bezeichnet.
(apa/red)
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