Freitag, 17. November 2006

"Langer Atem ist wichtig": Bush vergleicht aktuellen Einsatz im Irak mit Vietnamkrieg

  • US-Präsident: "Krieg im Irak großartiger Kampf"
  • Bush vierter Präsident, der ehemaligen Feind besucht

US-Präsident Bush will aus dem Vietnamkrieg Lehren für den gegenwärtigen Einsatz im Irak ziehen. Anders als 1975 in Südostasien komme es im Mittleren Osten darauf an, einen langen Atem zu haben, sagte Bush nach seiner Ankunft zum Gipfeltreffen des Asien-Pazifik-Forums (APEC) in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi.

"Es dauert einfach eine lange Zeit, bis die Ideologie der Hoffnung und der Freiheit die Ideologie des Hasses überwunden hat", sagte Bush. Zwar gebe es in den USA immer die Forderung nach schnellen Erfolgen. Aber für einen Erfolg sei Geduld nötig, erklärte der US- Präsident. Der Krieg im Irak sei "ein großartiger Kampf". Und der Besuch in Vietnam stimme ihn hoffnungsvoll, dass sich ehemals verfeindete Länder im Interesse des gemeinsamen Nutzens annähern könnten.

Bush ist der vierte US-Präsident, der Vietnam besucht - nach Lyndon Johnson und Richard Nixon während des Vietnamkriegs und Bill Clinton im Jahr 2000. Im Krieg zwischen Nord- und Südvietnam kamen 58.000 US-Soldaten ums Leben; die US-Truppen mussten sich 1975 vor den kommunistischen Vietkong aus Saigon zurückziehen.

Nach seiner Ankunft traf Bush zu einem Gespräch mit dem australischen Regierungschef John Howard zusammen und dankte diesem für den Einsatz seiner Truppen im Irak. Howard erklärte, dass seine Regierung nicht daran denke, den Einsatz im Irak vorzeitig zu beenden. Später traf Bush in der Zentrale der Kommunistischen Partei Vietnams mit Parteichef Nong Duc Manh zusammen.

(apa)

17.11.2006 16:05