Montag, 13. November 2006

Eurofighter-Ausschuss: Vorsitzender Pilz
will Riess-Passer und Reichhold vorladen

  • Auch Ex-FP-Klubobmann Westenthaler auf der Liste
  • Abschluss in diesem Jahr als unrealistisch bezeichnet

Der Grüne Vorsitzende des Eurofighter-Untersuchungsausschusses, Peter Pilz, will zu den ersten beiden Kapiteln auch die ehemalige Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, den früheren Infrastrukturminister Mathias Reichhold und den damaligen FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler befragen. Im Gespräch mit der APA sagte Pilz, es handle sich um "Schlüsselpersonen" neben Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und dem ehemaligen Verteidigungsminister Herbert Scheibner. Angesprochen darauf, wie lange der U-Ausschuss dauern werde, winkt Pilz ab: "Das weiß ich nicht". Aber in diesem Jahr werde man sicher nicht fertig werden.

"Ich halte auch nichts davon, dass wir uns auf eine Flucht nach vorn einlassen, wie das derzeit Schüssel versucht. Nämlich, so schnell zu wählen, dass der Eurofighter-Ausschuss keine Fragen mehr stellen kann." Es müsse jedenfalls "gründlich" vorgegangen werden. "Ich bin dafür, der ÖVP entgegen zu kommen und schon möglichst bald mit der Befragung zu beginnen. Aber das kann natürlich sicher nicht vor Beendigung des Aktenstudiums sein."

Wann dies der Fall sei, könne er zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch nicht beantworten. Pilz will jedenfalls, dass nach dem dritten Zusammentreffen der Eurofighter-Ausschussmitglieder eine vierte Sitzung noch in dieser Woche stattfindet.

In den nächsten Tagen würden auch die Akten aus den einzelnen Ressorts einlangen. "Ich rechne, dass sich darunter auch der Beschaffungsakt befindet." Pilz zeigt sich über die bisherige Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen erfreut. Es gebe durchaus konstruktive Ansätze. "Es hat sich gezeigt, dass das kein Scherbengericht ist, sondern ein wichtiges und seriöses Instrument."

Bei der nächsten Sitzung werde es um den Arbeitsplan und die Kapitelgliederung gehen. Erst bei Vorliegen eines Zeitplans werde man Klarheit über die Zeugenliste haben können. Er wisse auch nicht, ob es überhaupt noch heuer möglich sein werde, die von ihm zu den Kapiteln Eins und Zwei (Ausschreibung und Typenentscheidung, Anm.) genannten Zeugen alle zu befragen.

Wie viele Zeugen man in einer Sitzung befragen könne? - Pilz: "Bei den Untersuchungsausschüssen zu Lucona und Noricum war das unterschiedlich - zwischen einem und acht. Der (Karl) Blecha war mit 13 Stunden Einvernahmen am längsten da", aber so lange Befragungen wünsche er sich nicht.

(apa/red)

13.11.2006 11:09