Freitag, 17. November 2006

Brutaler Überfall auf Wiener Ehepaar: Verhaftung nach mehr als einem Jahr

  • Mitglied der "Pink Panther Gang" in Kroatien gefasst

Ein brutaler Überfall auf ein Wiener Ehepaar in dessen Wohnhaus in Liesing ist nach mehr als einem Jahr geklärt worden. Nach internationalen Ermittlungen wurde in Kroatien ein überwiegend in Frankreich lebender gebürtiger Serbe verhaftet.

Bei dem 32-Jährigen soll es sich um einen der drei bewaffneten Täter handeln, die in der Nacht auf 13. September 2005 den Überfall verübt, das Paar misshandelt und in den Keller gesperrt hatten, ehe sie mit Beute im Wert von 200.000 Euro entkommen waren.

Der internationale Vergleich einer damals sichergestellten DNA-Spur eines Täters führte die Ermittler über einen im Jänner 2003 verübten Überfall auf eine Wechselstube in Kopenhagen zu dem in Südfrankreich lebenden Boban D. (32). Das BK leitete eine europaweite Fahndung ein, die am 3. November zum Erfolg führte: D., der unter falschem Namen reiste, wurde in Kroatien verhaftet. Der Verdächtige befindet sich in Auslieferungshaft.

Der 32-Jährige wird verdächtigt, Mitglied der "Pink Panther Gang" zu sein, einer Gruppierung aus dem OK-Bereich, deren Mitglieder sich vorwiegend in Frankreich und Belgien aufhalten und als Erkennungszeichen einen Cartier-Anhänger in Form eines Panters tragen. Die Bande hat sich auf Raubüberfälle auf Juweliere und Blitzeinbrüche spezialisiert und ist europaweit tätig. "Mit der Ausforschung von Boban D. haben wir den ersten Hinweis darauf, dass sie auch in Österreich tätig war", sagte BK-Sprecher Gerald Hesztera.

Ermittlungen zu den Komplizen von Boban D. laufen noch. Das Trio war bei dem Überfall auf das Wiener Ehepaar mit unglaublicher Brutalität vorgegangen. Die mit Sturmhauben maskierten und mit Pistolen bewaffneten Männer waren über eine Leiter in das Schlafzimmer im ersten Stock geklettert und hatten die damals 63-jährige Frau mit Klebebändern gefesselt und geknebelt, ehe sie ihren um zehn Jahre älteren Ehemann zwangen, den Safe aufzusperren.

"Der Raubüberfall dauerte mehr als zwei Stunden, während derer die beiden Opfer ständigen Bedrohungen und massiven psychischen sowie physischen Belastungen ausgesetzt waren", heiß es in einer Aussendung des Bundeskriminalamts.

(apa/red)

17.11.2006 12:40