Donnerstag, 14. Dezember 2006

Altersbergbrücke bestand Belastungstests: Tauernautobahn in Kärnten wieder befahrbar

  • Brücke in beide Richtungen nur einspurig freigegeben
  • Schäden sind beseitigt - 500.000 Euro Zusatzkosten

Die Tauernautobahn (A10) ist wieder durchgehend befahrbar. Die Sperre auf Grund von Schäden an der Altersbergbrücke bei Spittal/Drau wurde nach zwei Monaten wieder aufgehoben. Die Schäden wurden beseitigt, ein Belastungstest brachte positive Ergebnisse, wie Asfinag-Vorstandsdirektor Franz Lückler betonte. Die Zusatzkosten bezifferte Lückler mit rund 500.000 Euro.

Als Ursachen für die Schäden an der Brücke nannte Lückler bei einer Pressekonferenz im Asfinag-Baubüro in Trebesing (Bezirk Spittal/Drau) sowohl jenen überschweren Sondertransport, der am 16. Oktober über die Brücke gefahren war, als auch "Mängel in der Produktionskette". Diese seien im Zuge der Sanierung dieses Abschnitts der Tauernautobahn passiert. Zum Teil hatten Schweißnähte gefehlt, andere waren mangelhaft gesetzt worden.

Nach der Sperre mussten die Techniker mehr als sieben Kilometer Schweißnähte an der Stahlträgerkonstruktion der 840 Meter langen Brücke überprüfen. Rund um die Uhr wurde nachgeschweißt, zudem wurden zusätzliche Verstärkungen und Versteifungen angebracht. Nun habe man, so Lückler, die Brücke gleich so angelegt, dass sie auch deutlich höhere Belastungen als jene, denen sie durch den derzeitigen Verkehr ausgesetzt ist, aushalten könne. Zudem habe man die Brücke so verbreitert, dass künftig auch bei Sanierungsarbeiten stets zwei Fahrstreifen in jeder Fahrtrichtung zur Verfügung stünden.

Univ.-Prof. Richard Greiner von der Technischen Universität Graz, von der Asfinag nach der Sperre der Brücke als Statikexperte engagiert, meinte, die Brückensanierung sei ein "extrem komplexes und kompliziertes Unterfangen". Der Umbau des Tragwerks sei statisch extrem kompliziert und schwierig zu berechnen. Nach den Schweißarbeiten und den zentimetergenauen Sichtkontrollen sei die Statik der Brücke mehrfach nachgerechnet worden. Greiner: "Für jeden dieser Berechnungsvorgänge braucht ein leistungsfähiger Computer mehrere Stunden." Die Belastungstests hätten jedenfalls die Berechnungsmodelle auch in der Praxis bestätigt, sagte Greiner, die Brücke entspreche allen internationalen Sicherheitsstandards.

Die Zusatzkosten für die Verstärkung sind laut dem Leiter der Asfinag Service GmbH Süd, Walter Gruber, im Gesamtprojekt der Autobahnsanierung enthalten und müssten daher von der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft getragen werden. Sollte sich im Lauf der gerichtlichen Untersuchungen herausstellen, dass Dritte für die Probleme verantwortlich seien, könne man sich an diesen schadlos halten. Die Asfinag werde die Zusatzkosten jedenfalls nicht zu tragen haben. Verkehrslandesrat Gerhard Dörfler (B) betonte, dass auch das Land Kärnten nicht für die 500.000 Euro aufkommen werde. Dörfler übte erneut heftige Kritik an dem überladenen Sondertransport. Dieser habe "wissentlich und willentlich" sämtliche Bescheide und Auflagen missachtet, dies sei nicht tolerierbar.

Die wellige Fahrbahn auf der Brücke wird im kommenden Jahr saniert, mit einer völligen Freigabe der A10 mit zwei Fahrstreifen in jede Richtung rechnet die Asfinag im Juni 2007, rechtzeitig vor Beginn des Sommerreiseverkehrs.

(apa)

14.12.2006 15:21