Mittwoch, 15. November 2006

Heli & Sportflugzeug kollidiert: Autofahrer auf S4 wurde Augenzeuge vom fatalen Crash

  • Unglücksursache unklar: Ermittlungen fortgesetzt
  • Chronologie von Luftcrahs. Plus: BILDER der Wracks

Nach dem schweren Flugunfall südlich von Wiener Neustadt laufen die Untersuchungen zur Klärung des Unglückshergangs weiter. Beim Zusammenstoß eines Hubschraubers und eines Flächenflugzeuges in 400 Metern Höhe über dem Gemeindegebiet von Katzelsdorf waren die Piloten im Alter von 32 bzw. 27 Jahren ums Leben gekommen.

Laut Oberst Franz Polzer vom Landeskriminalamt NÖ gab es einen Augenzeugen der Kollision. Ein Autofahrer habe den Zusammenprall gesehen und sei sofort von der S4 abgefahren. Der Mann sei sehr rasch am Absturzort des Hubschraubers gewesen und habe den Piloten sogar noch aus dem Wrack gezogen. Der 32-Jährige war zu diesem Zeitpunkt vermutlich bereits tot.

Laut dem Augenzeugen war der Schulungshubschrauber vom Typ Robinson RH44 der Wiener Neustädter Heli Royal nach dem Zusammenprall sofort abgesackt. Der Mann gab Polzer zufolge außerdem zu Protokoll, dass das Flächenflugzeug, eine DA40 TDI, einen Teil des Leitwerks verloren habe und seitlich weggedriftet sei, ehe die Maschine ebenfalls abstürzte.

Seitens des Landeskriminalamtes wurden die Arbeiten zur Erstellung einer Dokumentation fortgesetzt. Es gehe um Vermessungen und die Sicherstellung von Trümmern, sagte Polzer. Hinsichtlich des Unglückshergangs sei letztlich die Flugunfallkommission am Wort.

Der Robinson RH44 befand sich zum Zeitpunkt der Kollision auf dem Rückweg aus Trieben (Stmk.) bereits im Landeanflug auf Wiener Neustadt. Die DA40 TDI sollte nach Graz fliegen.

Mitarbeiter von Diamond und Flugschule
Die getöteten Piloten waren Mitarbeiter der Flugschule Heli Flight (rpt. Heli Flight) bzw. der Diamond Aircraft Industries. Der Hubschrauber des Typs Robinson RH44 war von einem 32-jährigen, das Flächenflugzeug DA40 TDI von einem 27 Jahre alten Mann gesteuert worden.

Der Helikopter-Pilot sei "freier Mitarbeiter im Büro" gewesen, sagte Stefan Bochdansky, Ausbildungsleiter der nach seinen Angaben erst seit zwei Monaten bestehenden Firma Heli Flight. Der 32-Jährige sei "begeisterter Hubschrauber-Flieger" und ein "engagierter junger Mann" gewesen. Das Unternehmen hat bei dem Unglück nicht nur einen Kollegen, sondern mit dem Robinson RH44 auch sein bis dato einziges Fluggerät verloren.

Der Ausbildungsleiter, der selbst seit elf Jahren fliegt, will den Betrieb aufrechterhalten. "Wir werden schauen, dass wir einen Helikopter für den Schulungsbetrieb bekommen", sagte Bochdansky.

(apa/red)

15.11.2006 10:13