Mittwoch, 15. November 2006

Helikopter und Sportflugzeug kollidierten: Tragisches Luftunglück in Niederösterreich

  • Zwei Todesopfer bei Crash nahe Wiener Neustadt
  • Ursache unklar: Hubschrauber auf Überstellungsflug
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Ein schwerer Flugunfall südlich von Wiener Neustadt hat zwei Todesopfer gefordert. Nach Angaben der NÖ Rettungsleitstelle LEBIG und des ÖAMTC waren zwischen Katzelsdorf und Lanzenkirchen ein Hubschrauber und ein Sportflugzeug in bewaldetes Gebiet abgestürzt. Laut "Austro Control" hat sich in 400 Metern Höhe ein Zusammenstoß ereignet.

Angaben der LEBIG zu Folge, starb der Pilot des Helikopters vom Typ Robinson RH44 noch an der Unfallstelle. Der viersitzige Hubschrauber gehört der Wiener Neustädter Firma Heli Royal. Das abgestürzte Sportflugzeug ist eine Maschine des Typs Katana DA40 TDI. Der Pilot, der u.a. ein schweres Polytrauma erlitten hatte, erlag bei der Einlieferung ins Krankenhaus Wiener Neustadt seinen Verletzungen. Bei den Opfern handelte es sich laut Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, um Männer im Alter von 27 und 30 Jahren.

Ursache unklar
Der Crash ereignete sich gegen 13.20 Uhr. Laut "Austro Control" waren das Sportflugzeug und der Helikopter im Sichtflug unterwegs. Die Wetterverhältnisse dürften in Ordnung gewesen sein. Rätselraten herrschte noch über den Auslöser der Tragödie. "Es ist eine ganz außergewöhnliche Situation, aber wir können noch nicht sagen, wie es zu dem Zusammenstoß gekommen ist", sagte Polzer.

"Wir gehen davon aus, dass jemand etwas übersehen hat", mutmaßte der Kriminalist, der jedoch betonte, dass die Ursachenforschung noch im Gange sei. Die technischen Hintergründe würden von der "Austro Control" ermittelt, Spurensicherung sowie Dokumentation des Unfallortes am Boden und aus der Luft von den Kriminalisten übernommen werden. Fest stehe lediglich, dass weder Hubschrauber noch Kleinflugzeug über Kollisionsmechanismen verfügt hätten. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt habe, so Polzer, bereits die Obduktion der zwei Leichen angeordnet.

Helikopter bereits in der Luft zerrissen
Der Helikopter dürfte schon in der Luft in mehrere Teile zerrissen worden sein, die Wrackteile lagen über mehrere hundert Meter verstreut in einem Feld. Die Überreste des Flugzeugs wurden rund einen halben Kilometer entfernt in einem Waldstück von Polizei und Feuerwehr sichergestellt.

Der Hubschrauber befand sich nach Angaben von Stefan Bochdansky von der Heli Royal auf einem Überstellungsflug von Trieben nach Wiener Neustadt. Die Maschine war in der Steiermark zur Wartung gewesen. Der "sehr sichere Pilot" mit Berufsschein hätte den Helikopter anschließend wieder nach Wiener Neustadt fliegen sollen, so Bochdansky. Das Kleinflugzeug war auf einem Testflug nach Graz, um dort die Technik überprüfen zu lassen. (apa/red)

15.11.2006 09:50