Wiens Jugendgerichtshof hat neue Besitzer: Gebäude wird "Zentrum für Nahversorgung"
- CEBA AG erhielt Zuschlag für 6.700 m²-Immobilie
- BIG vereinbarte Stillschweigen über den Kaufpreis

Der frühere Wiener Jugendgerichtshof hat einen Besitzer. In einer Auktion erhielt die CEBA AG den Zuschlag für das Gebäude im Bezirk Landstraße. Die rund 6.700 Quadratmeter große Immobilie mit 476 Quadratmeter großem Innenhof und Gefängnistrakt soll in ein "Regionalzentrum für Nahversorgung und Begegnung" umgewandelt werden.
Auch wenn für die genaue Entwicklung des Objektes noch mehrere Varianten diskutiert würden, stehe eine weitgehende Sanierung der bestehenden Bausubstanz im Vordergrund, wurde betont. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz.
Der Verkaufsprozess der Immobilie hatte am 18. September begonnen, wobei Interessenten bis zum 25. Oktober ihre Gebote einreichen konnten. Das Mindestgebot im Bieterverfahren lag bei 2,74 Mio. Euro. Über den jetzt vereinbarten Kaufpreis breiten die Parteien den Mantel des Schweigens.
Die BIG selbst hatte den einstigen Jugendgerichtshof im Jahr 2001 mit rund 5.000 weiteren Liegenschaften von der Republik gekauft. In dem Haus waren das Wiener Jugendgericht und eine angeschlossene Strafanstalt untergebracht.
Seit Auflösung des Jugendgerichtshofes im Jahr 2003 steht das Gebäude leer. Um die Leerstandskosten zu reduzieren, wurde das Objekt an diverse Fernsehfirmen vermietet - so für Drehs zu den Serien Tatort, Trautmann oder SOKO Donau.
Eröffnet wurde der zuvor neu errichtete Jugendgerichtshof im Jahr 1928. Bis März 2002 waren ihm alle Strafsachen von Jugendlichen von den Bezirks- und Landesgerichten übertragen worden. Anfang 2003 wurden die Agenden des Jugendgerichtshofes von Landstraße in den Gebäudekomplex des Landesgerichts für Strafsachen in der Josefstadt übersiedelt. (apa/red)
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