Mittwoch, 8. November 2006

Asfinag: Verlängerung der Brückensperre auf Tauernautobahn noch bis Mitte Dezember

  • Kontrolle der Schweißnähte & Beweissicherung laufen

Die Altersbergbrücke auf der Tauernautobahn (A10) in Kärnten bleibt mindestens bis Mitte Dezember gesperrt. Nach Angaben der Asfinag sind noch zahlreiche Untersuchungen notwendig, die Kontrolle und Reparatur der Schweißnähte dauert länger als ursprünglich angenommen wurde. Damit muss der Pkw-Verkehr weiterhin die Ausweichstrecke über die Katschberg-Bundesstraße benützen, der Schwerverkehr muss großräumig ausweichen.

Derzeit, so hieß es in einer Aussendung der Asfinag, sind sechs Schweißtrupps samt Brückeninspektionsgeräten rund um die Uhr im Einsatz, um Schäden zu suchen und zu beheben. Parallel dazu läuft auch die Beweissicherung weiter, die von der Asfinag bei Gericht beantragt worden ist. Dabei geht es unter anderem um mögliche Schadenersatzforderungen.

Sperre seit 16. Oktober
Am 16. Oktober wurde die Brücke, die derzeit gerade generalsaniert wird, zu Mittag für den gesamten Verkehr gesperrt, nachdem die Arbeiter von mehreren lauten Knallen aufgeschreckt wurden. Aus Sicherheitsgründen wurde auch die unter der Brücke durchführende Katschberg-Bundesstraße (B99) gesperrt, was ein riesiges Verkehrschaos zur Folge hatte. Die Bundesstraße wurde bald wieder frei gegeben, die Autobahn ist seither zwischen dem Knoten Spittal und Gmünd in beiden Richtungen nicht befahrbar.

Nach einigen Tagen hieß es, einige Stahlstreben hätten sich verformt, Einsturzgefahr habe aber nie bestanden. Die Ursache für die Verformungen ist bis dato nicht bekannt, Spekulationen reichten von einem überschweren Sondertransport über Baumängel bis hin zu Fehlern bei den Sanierungsarbeiten. Derzeit werden sämtliche Schweißnähte des Stahlverbundtragwerks der gut 800 Meter langen Brücke überprüft.

Vervielfacht hat sich der Schwerverkehr über den Felbertauern in Osttirol, die Bevölkerung im Drautal leidet unter der höheren Verkehrsbelastung ebenso wie die in Osttirol. Auch über die Südautobahn rollen seit der Sperre deutlich mehr Lkw-Züge als vorher.

Wirtschaft klagt über gestiegene Transportkosten
Die Wirtschaft klagt über enorm gestiegene Transportkosten, weil die Lastwagen großräumig ausweichen müssen. Für Betriebe in Oberkärnten und auf der Salzburger Seite des Katschbergs wurde das Lkw-Fahrverbot auf der B99 aufgehoben. Der Transitverkehr muss aber andere Routen benützen. Die ÖBB haben das Angebot der "rollenden Landstraße" zwischen Villach und Salzburg verstärkt. Der Geschäftsführer des Fachverbandes der Güterbeförderer, Rudolf Bauer, forderte, der Verkehr müsse großflächig aufgefächert werden und kritisierte die Untätigkeit der Politik. Nun müsse sehr rasch "Plan B" eintreten und das Lkw-Fahrverbot auf der B317 fallen. (apa/red)

8.11.2006 16:07