"ÖIAG oder Infrastrukturholding": Raidl gegen weiteren Verkauf von Telekom & AUA
- ÖIAG abschaffen, Infrastrukturholding unterbinden
·AUA nimmt Flüge in den Nordirak auf
Zwei Mal pro Woche Linienflüge nach Erbil
·Strengere Kontrollen auch auf EU-Flügen!
Änderungen bei Flüssig-
keiten und Handgepäck
Für einen wohl dosierten weiteren Privatisierungskurs in den nächsten Jahren spricht sich Claus Raidl, Vorstandschef der Böhler-Uddeholm AG aus. Angesichts besonderer Umstände sollte eine künftige Regierung vorerst von einer weiteren Privatisierung der Telekom Austria und der Austrian Airlines absehen, sagte Raidl bei einem Hintergrundgespräch.
In der in politischen Zirkeln heiß diskutierten Frage "ÖIAG oder Infrastrukturholding" tritt Raidl für eine salomonische Entscheidung ein: Er ist für keine der beiden Alternativen. Raidl gilt als wirtschaftspolitischer Berater von Bundeskanzler Schüssel und hat in den vergangenen Jahren federführend an einschlägigen Arbeitsgruppen der ÖVP teilgenommen.
Die AUA mit ihren Problemen (Verstaatlichten-Anteil: knapp 40 Prozent) solle man in Sachen Privatisierung "die nächsten drei Jahre überhaupt nicht angreifen". Die Fluglinie brauche Zeit, um eine Strategie zu entwickeln und umzusetzen. Bei der Telekom Austria solle die verbleibende Sperrminorität angesichts der weltweiten Übernahmeaktivitäten auch nicht forciert verkauft werden, meint Raidl, der schon immer als Verfechter von Privatisierung und Entstaatlichung gilt. Damit solle der Staat der Telekom Austria den Rücken frei halten, "selbst zu akquirieren statt zum Akquisitionsobjekt zu werden."
Bei der OMV (derzeit rund 31 Prozent ÖIAG-Anteil) könne der Staat auf eine Sperrminorität zurückgehen. Bei Verbund und Landesversorgern sollte sich die öffentliche Hand auf 25 Prozent und eine Aktie zurückziehen - dies sei politisch derzeit aber ohnedies unrealistisch. Gleiches gelte für die Post.
In der Frage der Organisationsform gehe es letztlich um "drei staatliche Minderheitsbeteiligungen" (OMV, Telekom, AUA), für die man den "ganzen Apparat" der ÖIAG nicht brauche, so Raidl. Man solle die Staatsholding daher "zu einem Kapitel Wirtschaftsgeschichte werden lassen".
(APA)
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