Neue EU-Handgepäck-Verordnung in Kraft:
Kaum Probleme auf Österreichs Flughäfen
- Passagiere über neue Regelungen gut informiert
- 70 zusätzliche Mitarbeiter in Schwechat im Einsatz
·Jetzt auch strengere Regeln bei EU-Flügen
Nur noch geringe Mengen an Flüssigkeit erlaubt
·Flughäfen: Erhebliche
Mängel bei Sicherheit
Deutschland: Waffen und Bomben nicht entdeckt

Die neue EU-Verordnung für Handgepäck in Flugzeugen, die seit 6. November in Kraft ist, hat auf den österreichischen Flughäfen zu keinen Verspätungen geführt. Allenfalls Verzögerungen in geringem Ausmaß beim Check In wurden registriert. Laut der Bestimmung dürfen einzelne Behälter für Flüssigkeiten im Handgepäck höchstens 100 Milliliter groß sein. Alle zusammen müssen in einem durchsichtigen Plastiksack mit einem Maximalvolumen von einem Liter verpackt sein. Damit soll verhindert werden, dass Flüssigsprengstoff in Flugzeuge gelangt.
Auf dem Flughafen Wien in Schwechat kam es zu einigen geringfügigen Verzögerungen. Wie Sprecherin Brigitta Pongratz in den Mittagsstunden sagte, gab es in der Frühverkehrsspitze bei drei Abflügen, am Vormittag bei fünf weiteren Verspätungen von 25 bis 30 Minuten. Die Vienna International Airport Security Services (VIAS), eine Tochtergesellschaft der Flughafen Wien AG, hatte 70 zusätzliche Mitarbeiter im Bereich der Sicherheitskontrollstraßen und deren Anstellzonen aufgeboten. Das seien um fast 50 Prozent mehr als "normal" mit 160 gewesen, sagte VIAS-Geschäftsführer Heribert Ressmann.
Bis Mittag waren auf dem Flughafen Wien bereits mehr als ein Dutzend der eigens aufgestellten, 120 Liter fassenden Müll-Container mit Flüssigkeiten, Cremes und Sprays gefüllt, die das 100 ml-Limit pro Verpackung für den Transport im Handgepäck überschritten hatten. Pongratz bezifferte das Gewicht der abgenommenen Waren mit etwa 1,5 Tonnen, "die nun entsorgt werden müssen". Franz Spitzer, Sicherheitschef der Flughafen Wien AG, bezeichnete die abfliegenden Passagiere als diszipliniert und gut informiert. Am Vormittag aufgetretene Probleme und Diskussionen mit Transfer-Passagieren, die von der neuen EU-Vorschrift keine Kenntnis hatten, seien zu erwarten gewesen. Die VIAS wird in den kommenden 14 Tagen mit dem um 70 Köpfe aufgestockten Personalstand arbeiten. Die insgesamt sieben "Umpacktische" soll es bis Weihnachten geben.
Auf dem größten Bundesländer-Flughafen Österreichs, dem Salzburg Airport, dauerte die Abfertigung der Passagiere länger, berichtete Anton Erlmoser, Leiter der Securitas Salzburg. Nur etwa jeder zehnte Fluggast habe von der neuen Regelung gewusst. Alle anderen mussten deshalb umpacken oder Gegenstände wegwerfen. Ein Problem ist laut Erlmoser auch die Bandbreite des Begriffs Flüssigkeit. Viele Fluggäste wüssten nicht, dass selbst ein Lippenstift unter diese Kategorie fällt.
Gut informiert zeigten sich die Fluggäste am blue danube airport Linz in Hörsching. Warteschlangen beim Sicherheitscheck oder Verspätungen gab es deshalb nicht. Ebenso in Graz-Thalerhof: "Ein großes Danke an unsere Passagiere" verteilte eine Sprecherin des Flughafens: "Alle waren sehr diszipliniert, einige haben sogar ihre eigenen Plastikbeutel mitgebracht." In Innsbruck hieß es, 90 Prozent der Kunden hätten über die Umstellung ohnehin bereits Bescheid gewusst. Lediglich einige Detailprobleme habe man bewältigen müssen. Am Flughafen Altenrhein mussten nur vier der 120 Passagiere der Morgenflüge nach Wien "umpacken".
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
