Donnerstag, 15. Februar 2007

Microsoft will Betrug im Web eindämmen:
Vista soll Datendiebstahl deutlich behindern

  • Weiße Listen und "Cardspace" gegen Missbrauch
  • Vor allem Briten werden ungewollt häufig ausspioniert

Microsoft wird in sein neues Betriebssystem Windows Vista ein Schutzsystem integrieren, das es Online-Betrügern schwerer machen soll, sensible Daten zu stehlen. Das Programm namens Cardspace wurde im Vorfeld des Launchs ausführlich vorgestellt.

Windows Vista verwendet ausgeklügelte Methoden, um das Einloggen auf Webseiten mit vertraulicher Information, wie Bankdaten, sicherer zu machen.

Weiße Listen gegen Phishing
Auch dem Problem der Phishing-Mails, die immer öfter in den Mailboxen landen, wird mit neuer Technologie entgegengetreten. In Mails werden Internetnutzer aufgefordert, sich in gefälschte Bankwebseiten einzuloggen. Dadurch erhalten die Internetbetrüger das Passwort und den Benutzernamen, können sich in die echte Bankseite einloggen und räumen das Konto leer. "Unser Betriebssystem wird ein Identitätserkennungsprogramm beinhalten, das genau festlegen wird, welche Webseiten gültig sind, und helfen, Betrug zu verhindern", erklärt Caspar Bowden, Chef-Privacy-Berater für Microsoft.

Kärtchen, wechsle dich...
Das Programm Cardspace soll in erster Linie dafür sorgen, dass nur das Mindestmaß an benötigten sensiblen Daten am Computer gespeichert oder in Transaktionen verwendet wird. Am Bildschirm erscheint das Programm als geöffnete Brieftasche, die ausgebreitete Karten zeigt. Jede Karte enthält Informationen über den User. Wenn dieser eine Transaktion durchführt, kann er die Karte mit der am besten passenden Information auswählen. Das soll garantieren, dass nur das absolute Minimum an Information verwendet wird, um das Geschäft abzuschließen. "Wenn von einem Unternehmen übertrieben viel Information verlangt wird, ist der Konsument gewarnt und kann sich bei der Datenschutzbehörde beschweren", erklärt Bowden. "Das wird dabei behilflich sein, die Art und Weise, wie Information über eine Person verteilt wird, zu kontrollieren", so Bowden weiter.

Unerwünscht offenherzige Briten
Cardspace wurde in London vor dem Hintergrund präsentiert, dass die Briten das am meisten ausspionierte Volk der Welt sind. Hinzu kommt noch, dass heutzutage viel mehr Informationen gespeichert werden als früher, da Datenlagerung immer billiger wird. Dadurch entstehen riesige Datenbanken mit DNA-Codes, Gesundheitsakten und anderen vertraulichen Informationen. Die Menschenrechtsorganisation Privacy International machte eine Studie mit 36 Ländern, in denen sie deren Fähigkeit, Intimsphäre zu garantieren, untersuchte. Am besten gelingt dies anscheinend Deutschland und Kanada, die schlechteste Wertung bezüglich der Fähigkeit, die vertraulichen Daten der Bürger zu schützen, erhielt Großbritannien. (pte/red)

Quelle: Pressetext

15.2.2007 13:44