Der Bayern-Riese aus Osterreich

Stefan Maierhofer. Vom Koch zum Stürmer von Bayern München: Wie für den 24-Jährigen aus Gablitz ein Fußballertraum wahr wurde.
Lehre statt Ehre: Für seine Ausbildung opferte Maierhofer fast die Karriere. Kein Nachteil, sagt er.
Die Kopfhörer hat er an die Ohren geklebt, und während er am Zaun des Trainingsgeländes von Bayern München entlangtrabt, würdigt Oliver Kahn die zahlreichen Reporter keines Blickes.
Das ist eben mühsam, wenn man immer wieder das Gleiche gefragt wird, stellt einer fest, den dieser Tage genau dieses Schicksal ereilt: Stefan Maierhofer, 24-jähriger 2,02-Meter-Stürmer aus Gablitz in Niederösterreich, hat mit seinem ersten Einsatz im Dress der FC-Bayern-München-Profis für einen medialen Aufschrei gesorgt. Die Journalisten wollen von ihm wissen, wie es möglich ist, binnen 16 Monaten von der niederösterreichischen Landesliga zum Ersatzmann von WM-Held Lukas Podolski zu avancieren wenn auch nur für drei Minuten. Maierhofer erzählt die Geschichte gern. Immer wieder.
Die Karriere im Zeitraffer. Eigentlich wollte er immer nur eines: Fußballprofi werden. Mit zehn Jahren ist er beim SV Gablitz unterfordert, doch bei Rapid muss er absagen, weil seine Eltern als Gastwirte am Wochenende keine Zeit haben, ihn zu den Spielen zu kutschieren. Drei Jahre später hat er die Chance, bei der Admira die Fußballakademie zu besuchen. Doch in der Schule ist er nicht sehr gut, und so entscheidet er sich für eine Kochlehre. Zwischen 16 und 18 liegt die Karriere brach, danach führt ihn sein Weg von Tulln zur Vienna und schließlich zu Langenrohr, wo er vom Ersatzspieler zum wichtigsten Mann wird. Obmann Hans-Peter Nastl schwärmt: Er hat sich durch Selbstdisziplin und extremes Engagement ausgezeichnet. Er war der Erste und der Letzte im Training. Entdeckt wird Maierhofer nie.
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