Mittwoch, 8. November 2006

Roter Plan: Vorbild Kreisky

Wie SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer dem Bundespräsidenten nächste Woche eine Minderheitsregierung präsentieren will.
Kanzler ohne Mehrheit: Gusenbauer will mit freiem Spiel der Kräfte und parteifreien Experten regieren.

Der Mann hat gute Gründe, warum er möglichst schnell neuer Bundeskanzler werden will: Zum einen hat er die Nationalratswahl gewonnen, zum anderen braucht das Land in Bälde wieder eine funktionierende Regierung, und last, but not least, wartet er auf ein Geschenk der besonderen Art: ein gemaltes Porträt seines Vorbildes Bruno Kreisky. Ein Gemälde, das SP-Chef Alfred Gusenbauer derzeit als Leihgabe in seinem Büro hängen hat. Sollte er allerdings Kanzler werden, hat ihm Galeristin Steineck das Bild von Sebastian de Ganay als Geschenk versprochen.

Gusenbauer schlägt zurück. Die Aussichten auf Bild und Amt steigen überraschenderweise fast täglich. Denn seit Noch-Kanzler Wolfgang Schüssel die Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ „unterbrochen“ hat und sich weiter weigert, an den grünen Tisch zurückzukehren, nimmt die Geduld von Republik, WählerInnen und Bundespräsident kontinuierlich ab.

Bis Sonntag hat Gusenbauer der ÖVP Zeit gegeben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Davor soll ein Vier-Augen-Gespräch zwischen dem roten Vorsitzenden und dem schwarzen Obmann noch eine letzte Klärung bringen. Die SPÖ-Granden gehen allerdings längst vom endgültigen Scheitern der rot-schwarzen Anbahnungsversuche aus. Wiens Bürgermeister Michael Häupl war der erste SP-Spitzenmann, der eine rote Minderheitsregierung auch öffentlich forcierte.

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PLUS: SP-Chef Alfred Gusenbauer im NEWS-Interview: ,Die ÖVP hat Verbindung zur Realität verloren.‘

8.11.2006 19:46