Mittwoch, 8. November 2006

Angreifer haben es schwer: Vogelspinnen & Chili nutzen dieselbe Taktik gegen Feinde!

  • Proteine docken sich an Nerven-Sinneszellen an
  • Test mit Mäusen brachte Forschern die Gewissheit

Giftige Vogelspinnen und scharfe Chili-Schoten nutzen dieselbe Schmerz-Taktik, um mögliche Fressfeinde abzuschrecken. Zu diesem verblüffenden Ergebnis kommen der US-Forscher David Julius und sein Team von der University of California in San Francisco in einer Studie für das Wissenschaftsmagazin "Nature".

Die Forscher fanden heraus, dass das Gift der auf Trinidad heimischen Vogelspinne Psalmopoeus cambridgei drei aktive Proteine enthält. Diese docken an Nerven-Sinneszellen an und aktivieren diese Zellen, die daraufhin ein Schmerz-Signal ans Gehirn schicken. Das in Chili-Pfeffer aktive Protein Capsaicin schmeckt zwar ganz anders als Tarantel-Gift, aktiviert aber genau dieselben Sensoren.

Für den Versuch nutzten die Wissenschafter Mäuse, denen nach einem Erbgut-Eingriff die entsprechenden Rezeptorenzellen fehlten. Während normale Nager nach dem Einspritzen von Gift oder Chili in eine Hinterpfote Entzündungen und Schmerzreaktionen zeigten, nahmen die gen-manipulierten Tiere das Sekret der haarigen Spinnen ungerührt auf - genauso wie den Chili-Pfeffer. (apa/red)

8.11.2006 17:14