Mittwoch, 8. November 2006

BAWAG-Interessenten geben einander
Klinke in die Hand: Offertfrist geht zu Ende!

  • Derzeit laufen Einzelgespräche mit Verkäufer ÖGB
  • Fonds wollten österreichische Partner ins Boot holen

Der Verkauf der Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K. geht ins Finale. Bis zum Abend des 13. November können Kaufinteressenten ihre verbindlichen Übernahmeangebote abgeben. Nun geben einander Vertreter der Interessenten in Wien die Klinke in die Hand, um in vertiefenden Gesprächen mit dem Verkäufer ÖGB die Werbetrommel für sich zu rühren und die Strategien vorzustellen.

Gerade in diesen Tagen sind die internationalen Interessenten, allen voran der Hedge Fonds Cerberus, aber auch sein Konkurrent Lone Star dran. Nach Angaben aus Finanzkreisen sollen große internationale Fonds bis zuletzt versucht haben, noch den einen oder anderen Partner für sich ins Boot zu bekommen, dazu wurde auch in Österreich weiter gegrast.

Von deutscher Seite hatten sich die einstige BAWAG-Aktionärin Bayerische Landesbank (BayernLB) sowie der Versicherungskonzern Allianz ins Rennen begeben. Von internationaler Seite waren unter den unverbindlichen Bietern noch JC Flowers, Apollo, der US-Investor KKR sowie SEB Banken aus Nordeuropa in der ersten Angebotsrunde gewesen. Einziger rein österreichischer Interessent ist Raiffeisen. Wüstenrot und Generali Versicherung sind in dem von Cerberus dominierten Bieterkonsortium dabei.

Seit Anfang Oktober hatten die BAWAG-Bieter der zunächst unverbindlichen Offertrunde Einschau in die Bücher der Bank gehabt. Diese verbindlichen Übernahmeangebote können dann bis Dezember bzw. bis kurz vor dem Verkaufsbeschluss in einer Art Versteigerung bei Bedarf nachgebessert werden. An den Verkaufsberater Morgan Stanley war der Auftrag ergangen, zum Höchstpreis zu verkaufen. Vor Weihnachten erhofft sich der ÖGB - der sich mit dem BAWAG-Verkauf dringend entschulden muss - den Vertrag mit dem Käufer. Aktienübertrag wird erst im kommenden Jahr sein. (apa)

8.11.2006 11:51