Deutsche Privatsender gefragt: Zehn Angebote für ProSiebenSat.1 eingegangen
- Mediaset Berlusconis nicht mehr im Bieterrennen

·Berlusconis Mediaset will ProSiebenSat.1
Deutsche Politiker äußern
Zweifel an Übernahme
Für den zum Verkauf stehenden Münchener Fernsehkonzern ProSiebenSat1. sind nach Angaben aus Kreisen insgesamt zehn Angebote eingegangen. Der italienische Fernsehkonzern Mediaset von Silvio Berlusconi sei jedoch nicht mehr im Bieterrennen um die Münchener Sendergruppe, sagte eine mit der Situation vertraute Person zu Reuters.
Einige Bieter, die in einer ersten Angebotsrunde ihr unverbindliches Interesse bekundet hätten, würden mehr als 30 Euro je Aktie bezahlen, sagte die Person. Dies würde einen Aufschlag von knapp einem Drittel gegenüber dem Schlusskurs bedeuten.
ProSiebenSat.1 wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. "Wir kommentieren Angaben zu unseren Eigentümern grundsätzlich nicht", sagte ein Sprecher.
Neben Mediaset sei zumindest ein weiterer Bieter aus dem Rennen um das mit rund fünf Milliarden Euro bewertete Unternehmen, erfuhr Reuters von der eingeweihten Person weiter. Die Italiener seien aus politischen Gründen aus dem Bieterprozess ausgeschlossen worden. "Kartellwächter und Politiker sind dagegen, dass Berlusconi am deutschen Markt Fuß fasst", sagte die Person.
Als Interessenten für den Kauf der Sendergruppe aus ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und N24 wurden in Medienberichten zuletzt zwei Finanzinvestoren-Konsortien bestehend aus Apax und Goldman Sachs sowie Permira PERM.UL] und KKR gehandelt.
Mit der italienischen Mediaset hatten das erste Unternehmen öffentlich sein Kaufinteresse an dem Sender bekundet, der mehrheitlich im Besitz einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban steht. Anfang des Jahres war der Verkauf des Unternehmens an das Verlagshaus Axel Springer am Widerstand der Kartellwächter gescheitert. Springer hatte 23,37 Euro je Aktie geboten. Die Alteigentümer um Saban, die 88 Prozent der Stammaktien und 13 Prozent der Vorzugsaktien halten, dürften nun deutlich mehr für ihre Anteile bekommen. ProSiebenSat.1 will am morgigen Donnerstag seine Neunmonatszahlen veröffentlichen. (apa/red)
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