Airbus reißt EADS in die roten Zahlen: Quartalsverlust von 195 Millionen Euro
- Probleme beim A380 und Dollarschwäche Ursache
Airbus ist im dritten Quartal tiefer als erwartet in die roten Zahlen gestürzt und hat auch den Mutterkonzern EADS in die Verlustzone gerissen. Wie der europäische Luftfahrtkonzern mitteilte, machte Airbus wegen der Lieferprobleme beim Großflugzeug A380 sowie wegen des schwachen Dollar 350 Mio. Euro Verlust.
Die Gewinne bei Eurocopter-Hubschraubern, Rüstungstechnik und Raumfahrt konnten den Einbruch nicht ausgleichen, so das der EADS-Konzern unter dem Strich mit 195 Mio. Euro ins Minus rutschte. Der Umsatz legte deutlich zu auf 8,5 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte EADS seine Umsatzprognose von deutlich über 37 Mrd. Euro, gab aber keine Gewinnprognose und keinen Ausblick für 2007.
Von Jänner bis September blieb EADS noch ein Betriebsgewinn von 1,39 Mrd. Euro und unter dem Strich ein Überschuss von 848 Mio. Euro. Das ist jeweils ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Allein die Lieferverzögerungen beim A380 hätten den Konzern 1,0 Milliarde Euro gekostet. Außerdem hätten der schwache Dollar und höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung das Ergebnis belastet.
Das Sparprogramm Power8 solle jetzt Entwicklungsprozesse beschleunigen und in den nächsten drei Jahren 5,0 Mrd. Euro einsparen. Ab 2010 sollen jährlich zwei Mrd. Euro eingespart werden.
Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 17 Prozent auf 27,5 Mrd. Euro. Airbus und Eurocopter profitierten von höheren Auslieferungszahlen. Außerdem verkaufte EADS mehr digitale Funknetze, und die Produktion des Militärtransporters A400M und der Rakete Ariane 5 liefen an.
Die beiden EADS-Vorstandschefs Tom Enders und Louis Gallois erklärten: "Die EADS ist finanziell solide mit guten Erfolgen bei den Serienprogrammen von Airbus sowie im Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft. Trotzdem belasten die Anstrengungen zur Lösung der A380-Probleme unsere finanzielle Performance spürbar. Dies und die anhaltende Schwäche des Dollars erfordern weit reichende Maßnahmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb haben das Power8-Programm bei Airbus und strukturelle Anpassungen im Gesamtkonzern höchste Priorität."
Die Aktivitäten in Russland will EADS weiter ausbauen. "Wir haben noch weitere Pläne mit den Russen", sagte Finanzvorstand Hans Peter Ring am Mittwoch in einer Analystenkonferenz. Zuletzt hatten EADS und der russische Kampfflugzeugbauer Irkut sich auf ein Gemeinschaftsunternehmen zur Umrüstung von Passagiermaschinen in Frachtflugzeuge verständigt.
Marktspekulationen um einen Einstieg von Dubai haben dem Aktienkurs von EADS Auftrieb gegeben. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Papiere lagen nach anfänglichen Verlusten 1,6 Prozent im Plus bei 21,09 Euro. "Die Gerüchte um den Einstieg haben die Trendwende bei der Aktie ausgelöst", sagte ein Händler. Es gebe aber keine Details wie zum Beispiel über die angepeilte Größe der Beteiligung. EADS wollte das Gerücht nicht kommentieren. Das Unternehmen freue sich aber grundsätzlich über jeden Investor, der Interesse zeige.
(apa/red)
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