Warnstreik bei Siemens Österreich: 250 Mitarbeiter gegen mögliche Auslagerung
- Gleiches Schicksal wie bei BenQ-Pleite befürchtet
Rund 250 der 2.800 Mitarbeiter der Siemens-Softwaresparte PSE in Österreich halten heute einen Warnstreik gegen ihre geplante Ausgliederung ab. Die Mitarbeiter, die bisher Software für Nebenstellen-Anlagen entwickelt haben, sollen zusammen mit dem gesamten Nebenstellengeschäft von Siemens in eine neue Tochtergesellschaft Siemens Enterprises Communications (SEC) abgespalten und verkauft werden.
Die Belegschaft fürchtet, dass die neue Firma in Konkurs gehen oder die Produktion in ein Billiglohnland verlagert werden könnte. Der PSE-Betriebsrat will der Ausgliederung deshalb nur zustimmen, wenn es für die Kollegen eine vertragliche Absicherung für ein Rückkehrrecht gibt. Siemens Österreich-Chefin Brigitte Ederer schließt eine Stilllegung des Teilbereiches aus und rechnet fix mit einem Käufer für die Sparte, der auch die Mitarbeiter behalten soll. Ein Rückkehrrecht für die Mitarbeiter hat sie bisher abgelehnt.
Für den Warnstreik haben 97 Prozent der Belegschaft gestimmt. Unterstützung haben sie dabei von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) erhalten. Die Spitzengewerkschafter Karl Proyer und Wolfgang Katzian haben für die Proteste ihr Kommen zugesagt.
Der Betriebsrat argumentiert damit, der Belegschaft ein "BenQ-Schicksal" ersparen zu wollen. BenQ hatte von Siemens vor einem Jahr die defizitäre Handysparte übernommen und die deutsche Produktion überraschend im heurigen Herbst in Konkurs geschickt. Einen Arbeitsplatzgarantie für die Ex-Siemens-Mitarbeiter gab es entgegen ersten Aussagen des Managements nicht. In Österreich wurden 30 der insgesamt 43 BenQ Mobile-Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet.
(apa/red)
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