Montag, 6. November 2006

Trotz erholter Ölpreise: Gaspreise dürften in nächster Zeit kaum abgesenkt werden

  • Erdgas in Österreich EU-weit fast am billigsten
  • Wettbewerb vor allem bei Industriekunden funktioniert

Die Gaspreise für die heimischen Endkunden dürften in den kommenden Monaten trotz mittlerweile erholter Ölpreise kaum sinken. Die Einstandspreise für die Gaswirtschaft seien wegen des Nachzieheffekts noch immer im Steigen begriffen, erst wenn diese wieder zurückgehen, könne dies auf die Verbraucher durchschlagen, erklärten Spitzenvertreter der Branche.

Eine Rücknahme der bis Jahresende weiter laufenden Erhöhungsrunde 2006 im nächsten Jahr sei nur denkbar, wenn die Einstandskosten unter das Jahr 2005 fallen würden, sagte Fachverbands-Obmann Helmut Miksits. Sollten sich die Ölpreise auf dem jetzigen, gegenüber Sommer bereits deutlich niedrigeren Niveau stabilisieren, dann könnten die Gaspreise 2007 leicht zurückgenommen werden, meinte Vorstandsdirektor Gerhard Siegl von der Oberösterreichischen Ferngas. Jedenfalls sei Erdgas der günstigste Energieträger und auch preisstabiler als etwa Heizöl oder Holz-Pellets. Erdgas und Fernwärme seien die einzigen Heizformen, die heuer bis September kaum teurer geworden seien.

In Österreich seien die Gas-Nettopreise (ohne Steuern) die drittniedrigsten in der EU, so Siegl. Bei den Gaskosten inklusive Netztarifen liege Österreich unter allen Nachbarländern. Deshalb würden sich die ausländischen Mitbewerber auch nicht um den heimischen Gasmarkt "reißen".

Dass bisher bereits 40.000 heimische Gaskunden ihren Anbieter gewechselt haben, zeige, dass der Wettbewerb in Österreich funktioniere. Vor allem im Industriegeschäft sei der Wettbewerb massiv, meinte EconGas-Geschäftsführer Jesco Kistowski. In der EU sei nur in Großbritannien der Gasmarkt de facto so weit geöffnet wie in Österreich. Derzeit werden 29 Prozent der heimischen Wohnungen mit Gas beheizt, mit leicht steigender Tendenz, so Kistowski.

(apa)

6.11.2006 13:23